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Sachsen-CDU jubelt, FDP und Grüne im Jammertal

Sachsen-CDU jubelt, FDP und Grüne im Jammertal

Ratlosigkeit und versteinerte Mienen auf der einen, Jubelstimmung auf der anderen Seite - die Parteien in Sachsen haben höchst unterschiedlich auf die Ergebnisse vom Wahlsonntag reagiert.

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In Familie und gut gelaunt zur Wahl: Yvonne Michael (30) und Carsten Krauss (42) gaben gestern mit ihren Kindern Fenja (4), Emely (3) und Kilian (7) in Leipzig ihre Stimmen ab.

Quelle: Volkmar Heinz

Während die Union im Freistaat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und sich selbst feiern konnte, gab es bei anderen lange Gesichter - nicht zuletzt bei Sachsens Grünen und Liberalen.

Es ist wie meistens an Tagen wie diesen. Schon am späten Nachmittag sind in Ecken und Nischen Bildschirme aufgebaut, alles wartet auf erste Ergebnisse. Es ist Wahltag in Sachsen, und die Parteienvertreter fiebern der Auszählung entgegen. Punkt 18 Uhr ist es dann soweit, die Prognosen zum Abschneiden im Bund flimmern über die Monitore der Landeshauptstadt, und prompt brandet Applaus auf. Es sind die Unionschristen im Freistaat, die ihrer Freunde freien Lauf lassen. Der Grund ist einfach: Die ersten Hochrechnungen sehen die Union bei 42 Prozent bundesweit - ein mehr als gutes Ergebnis. Dagegen ist die Laune in den Reihen der anderen erkennbar gedämpft.

Eine gute halbe Stunde später treffen die ersten Parteispitzen in der Kantine des MDR-Funkhauses ein, wo die zentrale Wahlparty in Dresden stattfinden soll. Was sie zu sagen haben, spiegelt die Stimmung rundherum. "Ich gratuliere Angela Merkel zu diesem Wahlsieg", sagt CDU-Landesvize Steffen Flath. "CDU/CSU sind klare Gewinner der Bundestagswahl." Und sein Chef, Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) meint aus Berlin: "Ich bin froh, dass Kanzlerin Angela Merkel mit einem so deutlichen Ergebnis gewinnen konnte." Die Union habe einen klaren Regierungsauftrag, die Werte sprächen "eine deutliche Sprache".

Völlig anders ist die Stimmung bei den Liberalen im Freistaat. "Das ist ein rabenschwarzer Tag für die FDP", sagt Generalsekretär Torsten Herbst der Leipziger Volkszeitung, "eine Riesenenttäuschung". Was Herbst umtreibt, liegt auf der Hand: Seine Partei hat eine historische Niederlage einstecken müssen, bangt um den Einzug ins Bundesparlament. "Wir müssen die Partei jetzt aus den Ländern neu aufbauen", gibt der Generalsekretär die Linie vor. Dabei komme den sächsischen Liberalen eine besondere Rolle zu. "An uns wird es liegen, den Trend 2014 zu brechen."

Kaum besser ist die Laune bei Sachsens Grünen. Die zittern zwar nicht um den Wiedereinzug im Bund, liegen aber am frühen Abend bei mageren acht Prozent. Dabei nimmt Fraktionschefin Antje Hermenau kein Blatt vor den Mund. "Das ist eine Zäsur für die Grünen insgesamt", sagt sie den Dresdner Neuesten Nachrichten . "Einen solchen Einbruch habe ich zuletzt 1990 erlebt." Dagegen können sich SPD und Linke im Freistaat zumindest ein gewisses Lächeln abringen - trotz keineswegs berauschender Werte. "Leider entspricht das Ergebnis nicht unseren Erwartungen", sagt SPD-Landeschef Martin Dulig, allerdings sei die Ausgangslage bescheiden gewesen. "In den Bundestagswahlkampf starteten wir nicht aus der Pole-Position", meint Dulig. Aber: "Wir konnten während des Wahlkampfes deutlich Boden gutmachen." Immerhin.

Erstaunlich gelöst wirkt Rico Gebhardt, der Chef der sächsischen Linken. "Wir sind drittstärkste Fraktion im Bundestag, wer hätte das vor einem Jahr gedacht", sagt er trocken. Allerdings ist auch für Gebhardt klar: "Natürlich haben wir Prozentpunkte eingebüßt". Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Euro-kritischen Alternative für Deutschland (AfD). Diese mache ihm "Sorgen", sagt Gebhardt. Schließlich sei die Partei "ultra-neoliberal", eine Art "europafeindliche FDP".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.09.2013

Jürgen Kochinke

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