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SPD-Spitzenkandidat Dulig: Im Wahlkampf darf man nicht dünnhäutig sein

SPD-Spitzenkandidat Dulig: Im Wahlkampf darf man nicht dünnhäutig sein

Sachsens SPD will wieder Regierungsverantwortung übernehmen und zieht selbstbewusst in den Wahlkampf. Statt immer nur auf Fehler und Versäumnisse der politischen Kontrahenten zu verweisen, wollen die Sozialdemokraten mit den Menschen lieber über die Zukunft reden.

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Der Vorsitzende der SPD Sachsen, Martin Dulig

Quelle: dpa

Im Interview der Nachrichtenagentur dpa sprach Spitzenkandidat Martin Dulig auch über den richtigen Umgangston.

Frage: Es gibt in der CDU unterschiedliche Stimmen über das Verhältnis zur Alternative für Deutschland. Wie bewerten Sie das?

Wir wollen im Interesse der Wählerinnen und Wähler Klarheit. Die Sachsen möchten wissen, ob die CDU mit der AfD ein rechtes Bündnis eingeht. Deshalb erwarte ich vor der Landtagswahl eine klare Positionierung und nicht dieses Wischiwaschi wie in den vergangenen Tagen. Die CDU schafft es ja, am Tag zwei unterschiedliche Botschaften zu senden. Deshalb verlangen wir klare Worte.

Wie führt man Wahlkampf gegen eine Partei, mit der man am Ende an einem Kabinettstisch sitzen könnte?

Wir führen keinen Wahlkampf gegen die CDU, sondern einen für die SPD. Uns geht es um Zukunftsfragen. Zum Beispiel: Bekommen unsere Kinder wirklich die beste Bildung? Wenn man sieht, dass die CDU den Lehrermangel nicht in den Griff bekommt, tauchen Zweifel auf. Ich möchte im Wahlkampf sagen, wie sich die SPD eine bessere Zukunft für Sachsen vorstellt. Deshalb heißt unser Slogan „Unser Sachsen für morgen“. Die CDU wirbt für ein „Weiter so!“. Aber das reicht nicht.

CDU-Fraktionschef Steffen Flath ist von Ihren Äußerungen verunsichert, weil Sie den Einlass von Neonazis in den Landtag kritisierten. Welche atmosphärischen Störungen gibt es da?

Ich finde es schlimm, dass in Sachsen derjenige beschimpft wird, der Kritik äußert und nicht der Umstand selbst zum Gegenstand der Kritik wird. Ich würde die Worte von Steffen Flath nicht überbewerten und glaube, dass man innerhalb der CDU selber nicht glücklich ist, wie das mit den Rechtsextremen gelaufen ist. Im Wahlkampf fällt manches harte Wort, deshalb soll man nicht zu dünnhäutig sein. Ich bin es jedenfalls nicht und lege auch nicht jedes Wort von Steffen Flath, der nicht mehr so ganz viel mit der Zukunft Sachsens zu tun hat, auf die Goldwaage. Trotzdem bleibt ein schlechtes Gefühl über den Geist, der hinter den Äußerungen steckt.

Was ist am Wahlkampf 2014 anders?

Es macht keinen Sinn, Sachsen schlecht zu reden, immer nur mit dem Finger darauf zu zeigen, was noch nicht funktioniert. Es macht doch viel mehr Sinn darauf hinzuweisen, was wir anders machen würden, um dem Land eine bessere Zukunft zu geben. Unser Mundwinkel zeigt dabei nach oben. Wir setzen auf das direkte Gespräch mit den Wählern und nicht nur auf Plakate. Unsere Wahlkampf ist sehr kommunikativ. Das hatten viele vielleicht nicht erwartet.

Was will die SPD tun, damit es beim Wahlkampf in der Ferienzeit nicht zu einer Wahlkampfverdrossenheit kommt?

Mich ärgert der Termin für den Wahltag nach wie vor. Ich finde es nicht fair, ihn auf den letzten Ferientag zu legen. So ist es aber nun mal beschlossen. Wir werden in der Sommerpause einen Wahlkampf machen, der ein Gesprächsangebot ist. Ich bin ja mit meinem Küchentisch unterwegs und biete auf Straßen und Plätzen ein Gespräch an. Das ist eine Einladung. Man kann mit mir einen Kaffee trinken und ins Gespräch kommen, ganz locker.

Martin Dulig (40) ist seit Herbst 2009 SPD-Parteichef in Sachsen und führt zudem die Landtagsfraktion der Sozialdemokraten. Von Beruf ist der sechfache Familienvater Erziehungswissenschaftler. Seit 2011 gehört er dem Parteivorstand der SPD an.

Interview: Jörg Schurig, dpa

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