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Renaturierung des Kamenzer Herrentals ist abgeschlossen

Renaturierung des Kamenzer Herrentals ist abgeschlossen

In der Stadt Kamenz ist mit der Renaturierung des so genannten Herrentals am Langen Wasser ein wahres Mammutprojekt zum Abschluss gelangt. Fünf Jahre dauerten die Arbeiten, die aus dem von zahlreichen Industrieruinen geprägten Tal ein naturnahes Naherholungsgebiet für die Kamenzer entstehen ließen.

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Der Schornstein und ein Teil der Außenmauer bilden die Gedenkstätte für die frühere Außenstelle des KZ Groß Rosen.

Quelle: Uwe Menschner

Die Ursprünge des Projektes gehen allerdings noch viel weiter zurück.

Fast scheint es, als wolle der Erpel die Worte des Kamenzer Oberbürgermeisters Roland Dantz (parteilos) bestätigen. Munter schnattert er drauflos, während das Stadtoberhaupt davon spricht, wie sich in den letzten fünf Jahren das Gesicht des Herrentals im Kamenzer Süden gewandelt hat. "Wo sich noch vor wenigen Jahren eine Fabrikruine an die andere reihte, hat heute die Natur wieder Raum", erklärt er. Der Erpel ist jetzt still, dafür balgen sich Elstern und Katzen im grünen Gras.

Mit der Renaturierung des Herrentals hat eines der größten Vorhaben für die Kamenzer Stadtentwicklung seinen Abschluss gefunden. "Der lang gehegte Wunsch der Kamenzer, 'ihr' Tal wieder in Besitz zu nehmen, fand mit einem der ersten Stadtratsbeschlüsse nach der Wende im Oktober 1990 seinen Ausdruck", blickt Roland Dantz zurück. "Schon damals erkannten die Abgeordneten das Potenzial des Tales in unmittelbarer Nähe zur Altstadt mit seiner reizvollen Topographie." Dass es fast 20 Jahre dauern sollte, bis die Vision konkrete Gestalt annehmen würde, konnte damals noch niemand ahnen. Große Hoffnungen setzten die Lessingstädter auf die Landesgartenschau, in deren Zuge sie das Herrental zunächst umgestalten wollten. Als ihnen jedoch zwei Mal der Zuschlag versagt blieb, nahmen sie davon Abschied.

Dafür nutzten sie mehrere Förderprogramme - Roland Werner, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium (FDP), spricht von einer "virtuosen Kombination" - um ans Ziel zu gelangen. 2009 dann war es endlich so weit, dass der erste Spatenstich erfolgen konnte, nachdem ein Jahr zuvor das Gelände der ehemaligen Möbelfabrik erworben wurde. Im Zuge des Abrisses erfolgte auch die Renaturierung des Langen Wassers. Mitten dazwischen kam das Augusthochwasser 2010, das die Notwendigkeit eines effektiven Hochwasserschutzes eindringlich vor Augen führte. Dieser wurde in Form einer stabilen Ufermauer realisiert. "Heute würde man wahrscheinlich eine Böschung anlegen, doch dann gäbe es den schönen Wanderweg nicht", meint Birgit Weber, Beigeordnete des Bautzener Landrates und unmittelbare Anwohnerin des Herrentals.

Mit der Sanierung des Mühlwegs konnte im Frühjahr das letzte Teilstück des alles in allem vier Millionen Euro umfassenden Projektes abgeschlossen werden. In dieser Summe nicht enthalten ist die Gestaltung der Gedenkstätte für das Außenlager des Konzentrationslagers Groß Rosen, das von 1944 bis 1945 in der früheren Tuchfabrik Noßke untergebracht war. Der Schornstein und ein Teil der Außenmauern blieben erhalten, um an die mehreren hundert Todesopfer - die genaue Zahl ist nicht bekannt - zu erinnern. Die Gedenkstätte wurde bereits im Juli 2011 der Öffentlichkeit übergeben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.05.2014

Uwe Menschner

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