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Probearbeit im Betrieb: Arbeitsagentur testet Qualifikation von Flüchtlingen

Integration in Arbeitsmarkt Probearbeit im Betrieb: Arbeitsagentur testet Qualifikation von Flüchtlingen

Bis Asylbewerber in Sachsen arbeiten, dauert es oft sehr lange. Die Arbeitsagentur drückt aufs Tempo und testet die Qualifikation von Flüchtlingen. Erste Ergebnisse klingen vielversprechend.

Quelle: dpa

Dresden/Chemnitz. Mit Probearbeit in Betrieben will die sächsische Regionaldirektion der Arbeitsagentur herausfinden, welche beruflichen Kompetenzen und Fähigkeiten Flüchtlinge haben. Etwa 100 Asylsuchende beteiligen sich bereits an dem Projekt „Perspektiven für Flüchtlinge.“ Erste Erkenntnisse aus den Betrieben seien sehr positiv, hieß es von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) in Dresden, die Flüchtlinge in der Landeshauptstadt bei der Maßnahme betreut. „Sie sind höflich, wissbegierig und wollen viel lernen“, sagte die stellvertretende Leiterin Ingrid Halbhuber. Ein Betrieb habe bereits angekündigt, zwei der Flüchtlinge fest anzustellen.

Die Kurse dauern drei Monate, rund die Hälfte davon verbringen die Teilnehmer in sächsischen Betrieben, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Dazu kommen Gespräche und Informationsveranstaltungen über den deutschen Arbeitsmarkt, die Anerkennung erworbener Abschlüsse und ein wenig Sprachunterricht. Nach Abschluss des Kurses soll für jeden Teilnehmer ein Bericht entstehen, in dem weitere Schritte festgehalten werden – etwa ob die Fähigkeiten des Asylsuchenden schon für einen Job reichen oder eine Ausbildung besser geeignet ist.  Insgesamt soll es in dem Projekt Plätze für 400 Flüchtlinge geben. Findet sich kein passender Betrieb, wird in einer Übungswerkstatt probegearbeitet.

Der afghanische Flüchtling Sha Kah Ahmadi und der indische Flüchtling Singh Satwinder sind zum Probearbeiten in der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) in Dresden, um deren Kompetenzen auszuloten. Fotos: Oliver Killig/dpa

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Bei der FAW üben sich gerade zwei junge Flüchtlinge aus Afghanistan und Indien an Holz- und Metallarbeiten. „Sie sollen den Umgang mit den Werkzeugen lernen, so können wir ihre handwerklichen Fähigkeiten einschätzen“, sagte Ausbilder Peter Haubold. Mit den beiden Asylbewerbern ist er zufrieden. „Die Anforderungen, die wir an sie stellen, haben sie erfüllt.“ 

Bislang gebe es keine Statistik zur Einschätzung der Qualifikation von Flüchtlingen, berichtete der Sprecher der Regionaldirektion, Frank Vollgold. Schätzungen der Agentur zu Folge haben 80 Prozent der Asylsuchenden keine Ausbildung als Fachkraft. „Trotzdem haben sie ja berufliche Kompetenzen – die müssen wir nutzen“, sagte Vollgold. Schließlich sei Zuwanderung ein wichtiger Baustein bei der Suche nach Fachkräften. In den nächsten zehn Jahren werde die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter in Sachsen um rund 400.000 sinken. „Diese Lücke müssen wir schließen“, erklärte der Agentursprecher.

Probleme macht in den Kursen und bei der Probearbeit aber häufig noch die deutsche Sprache. „Die Maßnahme ist kein Deutschkurs“, sagte Halbhuber. Zwar gehört zu dem Kurs ein wenige Sprachunterricht, doch das könne einen richtigen Deutschkurs nicht ersetzen. Die Arbeitsagentur verlange, den gesamten Kurs auf Deutsch abzuhalten. „Dafür verstehen die Flüchtlinge häufig einfach zu wenig.“ Halbhuber fordert, der Maßnahme einen intensiven Deutschkurs voranzustellen.

In einem Dresdner Fitnessstudio arbeitet ein libanesischer Flüchtling zur Probe. „Er macht das sehr gut und ist hochmotiviert“, berichtete Inhaber Peter Weller. Der Libanese habe vor seiner Flucht in Beirut in einem Fitnessstudio als Trainer gearbeitet. Weil er keine in Deutschland gültige Trainerlizenz habe, könne er aber noch nicht direkt mit Kunden arbeiten. Trotzdem kann sich Weller vorstellen, den jungen Mann weiter zu beschäftigen. „Wenn sein Deutsch noch besser wird, spricht da nichts dagegen.“

Simon Ribnitzky, dpa

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