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Polizist mit Nazi-Verdacht unterrichtet

Als ausbilder Polizist mit Nazi-Verdacht unterrichtet

Er galt als einer von Sachsens „Multi-Kulti-Polizisten“ – doch dann stellte sich heraus, dass Fernando V., gebürtiger Kolumbianer und aufgewachsen bei Grimma, Kontakte zu Führungskadern der Leipziger Neonazi-Szene und zu Legida haben soll. Der Bereitschaftspolizist musste daraufhin ins zweite Glied treten. Jetzt wird bekannt: Fernando V. ist an der Polizeifachschule Leipzig als Fachlehrer tätig

Leipzig. Er galt bis vor einem Jahr als einer von Sachsens „Multi-Kulti-Polizisten“ und posierte in den Medien als deren Gesicht – doch dann stellte sich heraus, dass Fernando V., gebürtiger Kolumbianer und aufgewachsen bei Grimma, Kontakte zu Führungskadern der Leipziger Neonazi-Szene und zu Legida haben soll. Der Bereitschaftspolizist musste daraufhin ins zweite Glied treten. Jetzt wird bekannt: Fernando V. (29) ist an der Polizeifachschule Leipzig im Bereich „Polizeidienst“ als Fachlehrer tätig, lehrt den Beamten vorzugsweise den Umgang mit dem Internet. „Der Vorgang wurde seinerzeit rechtlich geprüft. Im Ergebnis waren keine straf- oder disziplinarrechtlichen Maßnahmen angezeigt“, erklärt das sächsische Innenministerium auf LVZ-Anfrage. Deshalb sei der Beamte „vorübergehend“ in der Ausbildung tätig.

Pikant sind dabei gleich zwei Punkte. Erstens: Bei seinen medialen Auftritten hatte der Polizeikommissar stets seinen „sozialen Antrieb“ herausgestellt und dass er gern Ausbilder werden wolle – der Wechsel an die Polizeifachschule bestätigte offenbar seine Karriereplanungen.

Stange fordert mehr Fingerspitzengefühl

Und zum Zweiten: Die Vorwürfe gegen Fernando V. basierten auf zahlreichen Chats, die in einem freundschaftlichen Ton geführt worden waren – also auf Daten aus dem Internet. Demnach teilte der Bereitschaftspolizist mit führenden Rechtsextremen aus Leipzig und Umgebung Verschwörungstheorien und tauschte sich einvernehmlich über Fremdenhass sowie Legida aus.

Die offizielle Version seiner Entlastung lautet: Die Dialoge gingen zwar über das Handy von Fernando V. – das Telefon sei ihm allerdings schon im März nach einer Legida-Demonstration geraubt worden. Der Linken-Innenexperte Enrico Stange hat starke Zweifel an dieser Lesart: „Fernando V. werden nicht nur durch Handy-Chats Kontakte zu Neonazis nachgesagt.“ Die Verbindungen gingen weiter zurück und könnten auch heute nicht ausgeschlossen werden. „Im Innenministerium vermisse ich die notwendige Sensibilität – es macht einen Unterschied, ob jemand im Innendienst oder in der Ausbildung von Polizisten tätig ist“, kritisiert Stange den Aufstieg von Fernando V. zum Lehrer. „Hier muss mehr Fingerspitzengefühl entwickelt werden. Leute, die unter einem begründetem Verdacht stehen, Kontakt zu rechten Ideologien zu haben oder solchen Strukturen zu unterliegen, sind für die Aus- und Fortbildung auf keinen Fall geeignet.“

Von Andreas Debski

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