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Polizei identifiziert Schläger von Plauener Neonazi-Demo

1. Mai Polizei identifiziert Schläger von Plauener Neonazi-Demo

Nach gewalttätigen Ausschreitungen rund um einem Neonazi-Aufmarsch am Sonntag in Plauen ist es der Polizei gelungen, einen mutmaßlichen rechten Gewalttäter zu identifizieren. Der 34-jährigen Sachse soll einer jungen Frau aus Berlin mit einem Kamerastativ brutal ins Gesicht geschlagen haben.

Polizisten gehen am 01.05.2016 in Plauen (Sachsen) gegen Teilnehmer einer rechtsextremen Demonstration vor.

Quelle: dpa

Plauen. Nach gewalttätigen Ausschreitungen rund um einem Neonazi-Aufmarsch am Sonntag in Plauen ist es der Polizei gelungen, einen mutmaßlichen rechten Gewalttäter zu identifizieren. Der 34-jährigen Sachse soll einer jungen Frau aus Berlin mit einem Kamerastativ brutal ins Gesicht geschlagen haben. Gegen ihn werde wegen schwerer Körperverletzung ermittelt, teilte die Polizei am Montag mit. Die 20-Jährige war nach dem Schlag bewusstlos zu Boden gesunken und musste im Krankenhaus behandelt werden. Im Internet waren Videoaufzeichnungen von der Attacke verbreitet worden und hatten die Polizei auf die Spur des mutmaßlichen Täters geführt.

Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur „News5“ gegenüber lvz.de erklärte, stand die Frau allein und rief „Nazis raus!“ als sich zwei Männer aus dem Pulk der Rechtsextremen lösten und auf die Gegendemonstrantin zugingen. Einer der Männer schlug der Frau mit einer Metallstange, vermutlich einem Kamerastativ, auf den Kopf. Auf dem Video ist zu sehen, wie die Frau zuammen sinkt und ein zweiter Mann versucht, sie zu attackieren. Ein daneben stehender Mann schiebt den zweiten Angreifer jedoch weg.

Opfer wieder aus Krankenhaus entlassen

Die 20 Jahre alte Frau aus Berlin wurde ins Krankenhaus eingeliefert, konnte nach ambulanter Behandlung aber wieder entlassen werden. Es gehe ihr den Umständen entsprechend gut, so der Sprecher. Den Angaben zufolge wurden insgesamt sechs Demonstranten verletzt. Die Zahl der verletzten Polizisten stieg auf sieben.

Bei Zusammenstößen von Rechtsextremen und linken Gegendemonstranten sind am Sonntag in Plauen mehrere Menschen verletzt worden. Die Polizei sprach in einem Tweet von einem „massiven Gewaltausbruch“.

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Zuvor waren gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen etwa 1000 linke Demonstranten auf die Straße gegangen. Die Teilnehmer waren schwarz gekleidet, viele von ihnen vermummt. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort. Wie die Polizei am Abend erklärte, versammelten sich etwa 1000 Neonazis.

Den vollständigen Video-Bericht zum Vorfall finden Sie unter diesem Link .

Die Polizei war am Nachmittag dabei, die linke Kundgebung aufzulösen. Die rechte Demonstration war zuvor bereits beendet worden. Rechtsextreme attackierten Polizisten mit Pfefferspray und Fahnenstangen. Anschließend zogen Gruppen von Rechtsextremen ohne Sicherung durch Polizeikräfte durch die Stadt. Dabei soll ein Journalist von etwa 20 Rechtsextremen bedroht worden sein.

Kritik am Polizeieinsatz

Kritik entzündete sich am Vorgehen der Polizei. So seien Verstöße gegen das Vermummungsgebot seitens rechtsextremer Demonstranten nicht geahndet worden. Auch als diese forderten, Menschen ins KZ zu schicken, hätten Beamte tatenlos daneben gestanden, so die Vorwürfe. Ein Sprecher der Polizei verneinte Kenntnisse zu dem Vorfall. Teilnehmer der Gegendemonstration kritisierten weiterhin das harte Vorgehen der Polizei. Ein Fotograf soll von einem Beamten niedergeschlagen worden sein, teilte „Straßengezwitscher“ via Twitter mit. Nach Auflösung der rechten Demonstration zogen die Rechtsextremen ohne Absicherung durch Sicherheitskräfte durch Plauen.

Wiederholt haben Neonazis aus ganz Deutschland die vogtländische Stadt am Tag der Arbeit zum Ziel auserkoren. Bereits vor zwei Jahren waren hunderte Rechte durch Plauen marschiert. Schon seit Wochen war auf einschlägigen Internetseiten bundesweit für den 1. Mai in Plauen mobilisiert worden - sowohl von Linksautonomen wie auch von Rechten.

dpa/Joka

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