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Pendlertreff des Wirtschaftsministeriums stellt Kontakt zu sächsischen Unternehmen her

Pendlertreff des Wirtschaftsministeriums stellt Kontakt zu sächsischen Unternehmen her

Taltitz. Die Toilettennutzung an der sächsischen Autobahnraststätte „Vogtland Süd“ unweit der Landesgrenze zu Bayern ist am Freitagnachmittag kostenlos.

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Umfrage des DGB während des Pendlertreffs

Quelle: dpa

Ausnahmsweise, für vier Stunden. Am Parkplatz neben Tankstelle und Fastfood-Restaurant ist ein 250 Quadratmeter großes Zelt aufgebaut, in dem es viel Betrieb gibt: Mehrere hundert Menschen gehen hier ein und aus, stecken die auf den Tischen stehenden Sachsen-Fähnchen ein und bedienen sich bei Kaffee und Keksen.

Die Veranstaltung heißt „Pendlertreff“, und Organisator ist das sächsische Wirtschaftsministerium. Das Ministerium will Fachkräfte aus Sachsen, die zum Geldverdienen nach Westdeutschland pendeln, für den Freistaat zurückgewinnen. An runden Tischen im Zelt werden sie von Vertretern mehrerer Verbände und der Arbeitsagentur erwartet, aber vor allem auch von 14 Firmen. Krösusse wie die Autobauer VW und BMW sind darunter, auch Mittelständler. Fast überall sind Jobs angeschlagen oder liegen Listen aus, und die Besucher greifen auch da gern zu.

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Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlock (l., FDP) unterhält sich am 28.10.2011 bei einem Pendlertreff auf der Raststätte Vogtland-Süd mit einer jungen Familie. Der Vater pendelt von Sachsen zu seinem Arbeitsplatz nach Bayerb

Quelle: dpa

Ein 57-Jähriger Zwickauer geht von Stand zu Stand, um nach dem Bedarf von „Maschinenbauern“ zu fragen. „Ich möchte einfach nur nach Hause.“ Er will mit Rücksicht auf seinen Arbeitgeber in Bayern lieber ungenannt bleiben. „Seit 19 Jahren pendele ich, seit 9 Jahren bin ich nur jedes Wochenende zu Hause“, erzählt er - auch, dass er sich schon als Hausmeister und Sportplatzwart beworben habe, nur um zurück nach Südwestsachsen zu kommen - leider bislang vergeblich.

Es ist schon der zweite „Pendlertreff“, den Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) auf die Beine gestellt hat. Der Zwickauer Maschinenbauer hat davon aus der Zeitung erfahren. „Der erste soll ja ein Flop gewesen sein.“ Tatsächlich hatte Morlok nach der Premiere damals mit Eierschecken und Verbandsvertretern in einem kleinen Raum in der Raststätte „Vogtland Süd“ viel Prügel von Opposition und Öffentlichkeit bezogen.

Daraus scheint das Ministerium gelernt zu haben. „Bei der Auswertung ist deutlich geworden, dass die Pendler den direkten Unternehmenskontakt haben wollen“, sagt Morlok. Diesmal kann er zufrieden auf die Firmen im Zelt verweisen. Er geht am Freitag von Stand zu Stand und kommt dabei auch mit Pendlern ins Gespräch. „Ein junger Mann hat erklärt, er sei hier, weil seine Freundin das im Radio gehört hat und wusste, dass der „Pendlertreff“ auf seinem Heimweg lag.“ Tatsächlich geben sich an den Ständen gleich einige Frauen als Partnerinnen von Pendlern zu erkennen - und lassen sich Joblisten geben.

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Umfrage des DGB während des Pendlertreffs

Quelle: dpa

Morlok sagt: „Die Resonanz der Unternehmen ist gut.“ Rund 70.000 Sachsen pendeln laut Ministerium regelmäßig in den Westen, um dort zu arbeiten. Ob sich einige von ihnen durch den „Pendlertreff“ zur Rückkehr bewegen lassen, werden die nächsten Wochen erweisen. Ministeriumssprecherin Isabel Siebert, die nichts zu den Kosten der Veranstaltung sagen will, ist sich zumindest sicher: „Der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall.“

Vor dem Zelt steht der DGB und macht eine „Pendlerumfrage“. Das Ergebnis: Die meisten kreuzen an: „Ich komme nach Sachsen zurück, wenn ich einen festen Job hätte.“ Auf Transparenten haben die Gewerkschafter geschrieben: „Gute Löhne statt Eierschecke!“

Tino Moritz, dpa

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