Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 3 ° wolkig

Navigation:
Google+
Ostdeutsche Braunkohle: Tschechen versprechen langfristiges Engagement

Neue Eigentümer Ostdeutsche Braunkohle: Tschechen versprechen langfristiges Engagement

Neuer Eigentümer – neuer Name. Nach dem Verkauf der ostdeutschen Braunkohlensparte des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall an den tschechischen Energiekonzern EPH und die Investmentgruppe PPF haben die neuen Besitzer den Namen geändert.

Voriger Artikel
Viele ostdeutsche Senioren können Heimplatz bezahlen
Nächster Artikel
Chemnitz erhält Pilotanlage für Carbonfasern

Blick über riesige Abraumhalden im Braunkohletagebau nahe Jänschwalde in Brandenburg.

Quelle: dpa

Cottbus. Neuer Eigentümer – neuer Name. Nach dem Verkauf der ostdeutschen Braunkohlensparte des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall an den tschechischen Energiekonzern EPH (Energeticky a Prumyslovy Holding) und die Investmentgruppe PPF (Prvni Privatizacni Fond) haben die neuen Besitzer den Namen geändert. Künftig firmieren die Braunkohlengruben und Braunkohlenkraftwerke in Brandenburg und Sachsen einschließlich des 50-Prozent-Anteils am Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig unter dem Namen Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG. Die Kurzform lautet LEAG. Das teilten die neuen Eigentümer gestern nach einer Aufsichtsratssitzung in Cottbus mit.

An die Spitze des Unternehmens rückt Helmar Rendez (54). Er folgt auf Hartmuth Zeiß, der in den Aufsichtsrat einzieht. Rendez war seit einem Jahr Finanzvorstand der Vattenfall Europe Mining & Generation. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler kennt also die Lausitz und die Braunkohle.

Das neue Unternehmen kündigte an, alle rund 8000 Mitarbeiter weiter beschäftigen zu wollen. Betriebsbedingte Kündigungen seien bis 2020 ausgeschlossen. Ob neue Tagebaue erschlossen werden, stehe noch nicht fest. Die Entscheidung werde in wenigen Monaten fallen, teilte Rendez mit. Der Eigentümer EPH betonte, dass er in der Lausitz ein langfristiges Engagement plane und trat Befürchtungen entgegen, dass er Kapital aus der Lausitz abziehen werde. Die Tschechen würden am Standort investieren und selbstverständlich auch in Deutschland Steuern zahlen, sagte EPH-Vorstandsmitglied Jan Springl. Die Braunkohle sei ein preiswerter Energieträger. Er glaube daran, dass bald wieder auskömmliche Preise erzielt würden und der Wert der Braunkohle steigen werde. Zu EPH gehört auch die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) in Zeitz.

Bereits am Montag hatte vor einem bei der Weltbank in Washington angesiedelten Schiedsgericht die Verhandlung über eine Milliardenklage von Vattenfall gegen die Bundesrepublik Deutschland begonnen. Die Nordeuropäer verlangen vom Bund eine Entschädigung in Höhe von 4,7 Milliarden Euro plus Zinsen. Begründet wird das mit dem Atomausstieg, den Deutschland nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima 2011 beschlossen hatte. Vattenfall fühlt sich faktisch enteignet. Schließlich habe die Bundesregierung nach dem Unglück eine erst im Jahr zuvor beschlossene Laufzeitverlängerung für deutsche Atommeiler wieder rückgängig gemacht. Die Schweden betonen, sie hätten in der Erwartung, dass die Anlagen noch Jahre am Netz bleiben würden, zuvor massiv in Anteile an den deutschen Kernkraftwerken in Brunsbüttel und Krümmel investiert.

In Washington wird verhandelt, weil nicht sicher ist, ob die Schweden als ausländischer Konzern auf den Eigentumsschutz im Grundgesetz klagen können. Berlin hält den Ausstiegsbeschluss für legitim und die Klage für unbegründet. Ein Urteil wird Mitte 2017 erwartet.

Von Ulrich Milde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

23.11.2017 - 22:02 Uhr

Mitarbeiter werteten 1238 Fragebögen aus und werfen den Beamten ein unverhältnismäßig hartes Vorgehen gegen Dresdner Fans vor

mehr
  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "DNN Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, das Sie überall und rund um die Uhr nutzen können -... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr