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Organspende: Dramatischer Rückgang in Sachsen

Organspende: Dramatischer Rückgang in Sachsen

Der Organspendenskandal an verschiedenen deutschen Kliniken wirkt sich dramatisch auf die Spendenbereitschaft aus. Besonders betroffen ist Sachsen, wo die Zahl der Organspender 2012 im Vergleich zu 2011 um rund 29 Prozent sank.

In Thüringen fiel der Rückgang mit 36 Prozent noch drastischer aus. Das belegen aktuelle Zahlen, die die DNN von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) erhielt.

Damit liegen beide Länder deutlich über dem bundesweiten Minuswert von 13 Prozent in diesem Zeitraum. Der Negativtrend hält auch 2013 an. Danach gab es in Sachsen von Januar bis August 2013 nur 30 postmortale (nach dem Tod) Organspender, in Thüringen 23 und in Sachsen-Anhalt 19. Auch bundesweit sank die Zahl der Spender allein im ersten Halbjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent.

Die Zahlen sind eine bittere Diagnose für die etwa 11 000 Patienten, die bundesweit auf den Wartelisten für eine Transplantation stehen. Rund 8000 von ihnen hoffen auf eine neue Niere. Doch täglich sterben drei der Patienten, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ verfügbar ist.

Der akute Mangel hat sich noch verstärkt, seit bekannt wurde, dass in einigen Transplantationszentren Patientendaten manipuliert wurden, um schneller an ein Organ zu kommen. Erst vor zwei Wochen stellte ein Prüfbericht fest, dass es in Göttingen, München, Leipzig und Münster schwerwiegende Verstöße gab. Doch überall wurden längst Maßnahmen ergriffen und Kontrollen verschärft, um das Vertrauen wiederherzustellen, auch am Leipziger Uniklinikum. "Das Vertrauen müssen wir uns neu verdienen", sagte Dr. Rainer Hess, Vorstand der DSO. Jedes gespendete Organ bedeute für einen Patienten auf der Warteliste, dass er eine Chance zum Weiterleben bekomme.

Auch Prof. Dr. Dietmar Schneider, Mitglied der Kommission Transplantation der Sächsischen Landesärztekammer, sagte den DNN: "Wer sich dem Thema verweigert, um die Ärzte zu bestrafen, die bei der Verteilung der Organe falsche Angaben gemacht haben, der trifft die Patienten, die händeringend auf ein lebensrettendes Organ warten. Viele von ihnen sterben, weil es immer weniger Organspender gibt." Angesichts dieses rückläufigen Trends appelliere er an die Bürger, sich mit dem Thema Organspende zu befassen und eine Entscheidung zu treffen. "Damit entlasten sie auch die Angehörigen, die dann im leidvollen Ernstfall wissen, was der Verstorbene gewollt hat", sagte Schneider, der ehemalige Leiter des Schlaganfallzentrums des Uni­klinikums Leipzig, der als Experte für Hirntoddiagnostik in dem sächsischen Gremium mitarbeitet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.09.2013

Anita Kecke

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