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Opposition kritisiert: neue Lehrerstellen in Sachsen decken den Bedarf nicht

Opposition kritisiert: neue Lehrerstellen in Sachsen decken den Bedarf nicht

Zum kommenden Winterhalbjahr sollen in Sachsen 105 neue Lehrerstellen geschaffen werden, 25 davon in Leipzig. „Dass erstmals zum Schulhalbjahr so viele Lehrer eingestellt werden, ist ein Novum“, begrüßt der Sprecher der Leipziger Bildungsagentur, Roman Schulz, die Entscheidung.

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In den nächsten Jahren verlassen etwa 70 Prozent der Lehrer in Sachsen den Schuldienst.

Quelle: André Kempner

Die bildungspolitische Sprecherin der SPD im Landtag, Eva-Maria Stange, kritisierte hingegen gegenüber LVZ-Online, dass diese Neueinstellungen nicht einmal die Abgänge an Lehrern ausgleichen würden. Im Gegenteil, der Lehrermangel würde sich in Zukunft sogar noch verschärfen.

Laut Stange treten ab dem 2. Halbjahr allein 437 Pädagogen aus dem Schuldienst. „Wir leben seit Jahren von der Substanz an Lehrkräften“, stellte die Landtagsabgeordnete fest. Roman Schulz von der Bildungsagentur Leipzig unterstreicht: „Wir brauchen in Sachsen in den nächsten Jahren tausend neue Lehrer.“ Bis 2020 scheiden 8000 Lehrer in Sachsen aus dem Berufsleben. Von den 105 neuen Lehrern hätten 83 bereits das verkürzte nunmehr nur einjährige Referendariat abgeleistet, und können daher schon zum Winterhalbjahr vor die Schüler treten.

Das Kultusministerium in Dresden habe den Bedarf erkannt. „Bis 2010 etwa hatten Lehramtsabsolventen schlechtere Chancen in Sachsen übernommen zu werden“, sagte Schulz gegenüber LVZ-Online. Dies habe sich nun geändert. „Langsam läuft die Stellenbesetzung hoch auf den Bedarf, den der demografische Wandel in den Schulen mit sich bringt.“ Auch die Lehrerausbildung an den Hochschulen laufe langsam an.

Eva-Maria Stange hingegen kritisiert, dass die Landesregierung keine Verlässlichkeit in der Lehrerausbildung zeige: So hätte man erst 2004 das Studium für Grundschullehrer auf einen fünf Jahre dauernden Bachelor-Master-Studiengang umgestellt. Zum nun beginnenden Wintersemester wurde das neue Staatsexamens-Studium auf vier Jahre komprimiert. Auch hätten die angehenden Grundschullehrer nur noch ein Jahr Zeit für das Referendariat, und müssten danach gleich voll in den Beruf einsteigen.

„Das ist ein Rückschritt“, so Stange. „Die meisten anderen Bundesländer haben die Grundschullehrer-Ausbildung aufgewertet.“ Schulz hingegen relativiert: „Wer ein guter Lehrer wird, der wird das auch in einem Jahr Referendariat.“

Johannes Angermann

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