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Oberhausener erhält Zuschlag für Rittergut von Neonazi Hoffmann

Trotz Konzentrationslager-Ankündigung Oberhausener erhält Zuschlag für Rittergut von Neonazi Hoffmann

Das Rittergut des Neonazis Karl-Heinz Hoffmann in Kohren-Sahlis (Landkreis Leipzig) ist verkauft. Den Zuschlag erhielt ein Bieter aus Oberhausen in Nordrhein-Westfalen, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Leipzig am Mittwoch.

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Blick auf das Rittergut.

Quelle: dpa-Zentralbild

Das Rittergut des Neonazis Karl-Heinz Hoffmann in Kohren-Sahlis (Landkreis Leipzig) ist verkauft. Den Zuschlag erhielt am Mittwoch ein Bieter aus Oberhausen in Nordrhein-Westfalen, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Leipzig. Der neue Besitzer hatte bei der Zwangsversteigerung vor einer Woche über eine Bevollmächtigte 160.000 Euro für das 60.000 Quadratmeter große Areal mit mehreren Bauwerken geboten. Noch sei die Entscheidung des Gerichts aber nicht rechtskräftig.

Im Anschluss an das Verfahren vergangene Woche hatten Äußerungen der Vertreterin des Höchstbietenden allerdings auch einen Skandal ausgelöst. Die Frau sagte zu einer Reporterin des Radiosenders Mephisto 97.6, der Oberhausener plane den Bau eines Konzentrationslagers auf dem Rittergut. Die Gläubiger des hoch verschuldeten Vorbesitzer, die eine Versteigerung beantragt hatten, kündigten daraufhin an, die tatsächlichen Absichten des Höchstbietenden prüfen zu lassen. Eine Stellungnahme zum Urteil war am Mittwoch vorerst noch offen.

Die am Verfahren Beteiligten haben noch weitere zwei Wochen Zeit, um gegen den Zuschlag Beschwerde einzulegen, so ein Sprecher des Amtsgerichts. Auch Vorbesitzer Hoffmann, der selbst im Gericht anwesend war, ließ offen, ob er Rechtsmittel einlegen wird. Er hatte noch am Montag zum zweiten Mal die Einstellung des Verfahrens beantragt.

Das etwa 60.000 Quadratmeter große Gelände gehörte in den vergangenen zehn Jahren dem Neonazi, der auch Gründer der inzwischen verbotenen Wehrsportgruppe Hoffmann ist – einer Art paramilitärischen Einheit von Rechtsextremen. Um das Rittergut finanzieren zu können, hatte Hoffmann unter anderem die „Fiduziarische Kulturstiftung Schloss Sahlis“ gegründet und damit 130.000 Euro Fördergelder von der Landesverwaltung bezogen. In den letzten Jahren häuften sich allerdings die Verbindlichkeiten, der Abwasserzweckverband Whyratal brachte das Objekt letztlich zur Zwangsversteigerung.

Vorbesitzer Hoffmann soll das Rittergut ursprünglich auch gekauft haben, weil hier zwischenzeitlich Dichter Börries von Münchhausen gelebt hatte. Der Schriftsteller gehörte zu den Lieblingsautoren von Adolf Hitler, war Teil der sogenannten Gottbegnadeten-Liste der Nationalsozialisten und veröffentlichte in den 1930er Jahren mehrere antisemitische Schriften. Darin wetterte er unter anderem gegen Zeitgenossen, wie Gottfried Benn, unterstellte ihnen jüdische Abstammung. 1933 hatte Börries von Münchhausen ein „Gelöbnis treuester Gefolgschaft“ für Hitler unterzeichnet. 1945 erhängte sich von Münchhausen.

Von LVZ

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