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Nur wenige Flüchtlinge in Sachsens Kleingärten

Integration Nur wenige Flüchtlinge in Sachsens Kleingärten

Bei ihrem Landesverbandstag im Juni stand bei Sachsens Kleingärtnern auch die Integration von Flüchtlingen auf dem Programm. Doch allein schon rechtlich ist das nicht leicht.

Eine Kleingartenkolonie in Dresden (Sachsen) mit Datschen und vielen Grünflächen.

Quelle: dpa

Dresden. Mit so genannten Integrationsgärten wollte der Sächsische Landesverband der Kleingärtner Flüchtlingen die Gartentore öffnen. Die Idee der Verbandsspitze trägt bislang jedoch nur wenige Früchte, wie dpa-Recherchen zum Abschluss der Gartensaison ergaben. Aktuell gibt es demnach in Sachsen mit Riesa und Dresden nur zwei Städte mit einem solchen Projekt.

„Ein Grund ist die schwierige rechtliche Lage“, erklärte der Präsident des sächsischen Landesverbands der Kleingärtner Peter Paschke. Asylbewerber ohne Aufenthaltsgenehmigung könnten selbst keinen Pachtvertrag abschließen. Die Kleingartenvereine seien aus Gründen der Rechtssicherheit auf Projektpartner angewiesen.

So hat sich in der Landeshauptstadt der Stadtverband der Dresdner Gartenfreunde mit dem Bildungsträger DPFA zusammengetan. Seit März gärtnern 24 Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge gemeinsam auf 4000 Quadratmetern Fläche in den Dresdner Tafelgärten. Darüber hinaus haben zwei von 365 Dresdner Kleingartenanlagen Integrationsgärten. Ein dritter Verein befinde sich in der Vorbereitung, sagte Verbandsvorsitzender Frank Hoffmann. „Der große Run ist aber bislang ausgeblieben“, bestätigte er.

Neben den rechtlichen Fragen mache es seiner Meinung nach der „schnelle Wechsel“ unter den Asylsuchenden durch Wegzug schwierig, nachhaltig zu arbeiten. Einfacher werde es mit anerkannten Flüchtlingen und Zuwanderern, sagte Hoffmann. So hätte beispielsweise in seinem Kleingartenverein im Dresdner Ostragehege jeder Zehnte einen Migrationshintergrund. „Der Großteil sind Russlanddeutsche, wir haben aber auch Syrer, Afghanen und einen Tunesier unter unseren Pächtern.“

Die kulturellen Unterschiede seien nicht zu vernachlässigen, hieß es von den Kleingärtnern gegenüber der dpa. „Wir können das ja nicht aufzwingen, nur Angebote machen“, meinte etwa Frank Hoffmann.

Das scheint auch für die Basis zu gelten, die dem Thema offenbar noch nicht so aufgeschlossen gegenüber steht, wie die Verbandsspitze angenommen hatte. Im Kleingartenwesen seien überwiegend die sozial Schwachen zuhause, sagte Leipzigs Stadtverbandsvorsitzender Robby Müller. Von deren Mitgliedsbeiträgen noch Gelder für Integrationsprojekte abzuzweigen, sei nur schwer zu verkaufen.

In der Messestadt seien bislang alle Ansätze für eine Integration von Flüchtlingen im Grünen im Sande verlaufen - es gebe lediglich einen Flyer auf Arabisch und Englisch. „Einfach nur die Gärten zu öffnen, das funktioniert nicht“, so Müller. Vielmehr seien Ideen von Seiten der Politik gefragt, in erster Linie aber finanzielle Mittel.

Die Idee, dass Sachsens Kleingärten auch kulturell bunter werden sollen, ist nicht zuletzt auch auf den Rückgang der Mitgliederzahlen zurückzuführen. Während in Dresden, Leipzig und Chemnitz manche Vereine Wartelisten führen, steht andernorts jeder fünfte Garten leer - insbesondere im ländlichen Raum.

„Deshalb wollen wir Vereine, die mit Leerständen zu kämpfen haben, weiter dazu anhalten, verstärkt mit Migranten zu arbeiten“, bekräftigte Paschke sein Ansinnen. Sachsen ist mit 205 000 Mitgliedern und rund 3800 Kleingartenanlagen deutschlandweit der größte Landesverband. Dennoch ist die Zahl der sächsischen Kleingärtner seit Jahren rückläufig und wird nach Paschkes Einschätzung zukünftig unter die Marke von 200 000 fallen.

dpa

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