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Neues Stipendium: Sachsen will Lehrerstudenten aufs Land lotsen

Neues Stipendium: Sachsen will Lehrerstudenten aufs Land lotsen

Der Freistaat Sachsen startet ein neues Förderprogramm, um mehr junge Lehrer aufs Land zu locken. Mit dem kommenden Wintersemester wird das sogenannte Sachsen-Stipendium für Lehramtsstudenten eingeführt: Verpflichten sich angehende Pädagogen zu einem Einsatz in einer Region mit Lehrermangel, erhalten sie im Gegenzug eine Ausbildungsbeihilfe.

Die Förderung soll für das gesamte Studium - je nach Schulart zwischen vier und fünf Jahre - gewährt werden. Das Stipendium ist bundesweit einzigartig. Als Vorbild dient das sächsische Hausarzt-Programm, bei dem sich Medizinstudenten für einen Einsatz auf dem Land verpflichten.

Hintergrund ist, dass der Freistaat nicht nur massive Altersabgänge unter den Lehrern verkraften muss, sondern auch zunehmend Schwierigkeiten hat, offene Stellen in ländlichen Regionen zu besetzen. Absolventen wollen häufig in ihren Studienorten Leipzig und Dresden bleiben. "Schon seit einigen Jahren müssen wir bei jungen Lehrern ein erstaunliches Beharrungsvermögen feststellen. Während ihre Eltern der Arbeit wegen häufig in andere Bundesländer zogen, sind junge Lehrkräfte immer weniger bereit, nach dem Studium innerhalb Sachsens umzuziehen", sagte Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) der LVZ. "Eher werden Stellenangebote ausgeschlagen, als an eine Schule im ländlichen Raum zu gehen."

In diesem und im nächsten Jahr stehen zunächst jeweils 300000 Euro für das Sachsen-Stipendium zur Verfügung. Das Kultusministerium spricht von einer "Testphase". Momentan werden dafür noch die Details geklärt, Bewerbungen sind deshalb noch nicht möglich. Im Gespräch sind 300 Euro, die pro Monat als Beihilfe gewährt werden sollen. Fest steht bereits, dass das Förderprogramm auf Studenten für die Lehrämter an Grund- und Oberschulen sowie Sonderpädagogik zugeschnitten wird.

Denn während sich jeder zweite Lehramtsstudent auf das Gymnasium spezialisiert, wollen ganze 13 Prozent an einer Ober- und nur 21 Prozent an einer Grundschule arbeiten - und dann schon gar nicht auf dem Land. Gerade für Oberschulen könnte nahezu jede Fächerkombination gefördert werden: Außer in Geschichte, Gemeinschaftskunde und Geografie besteht überall Bedarf. "Die schulischen Rahmenbedingungen in ländlichen Regionen sind meist deutlich besser als in den Großstädten", wirbt die Kultusministerin.

Der Sächsische Lehrerverband (SLV) sieht das neue Stipendium positiv: "Wir brauchen junge Lehrer an allen Schulen, auch in den vermeintlich weniger attraktiven Regionen - deshalb muss man jede Möglichkeit nutzen, um Nachwuchs zu gewinnen", macht der SLV-Vorsitzende Jens Weichelt klar. Zugleich fordert er die Landesregierung auf, weitere Anreize zu schaffen. "Neben den weichen Faktoren ist die Bezahlung vor Ort entscheidend. Außerdem verlassen viele junge Lehrer Sachsen, weil sie keinen Beamtenstatuts erhalten können."

Bis 2025 wird in Sachsen etwa die Hälfte der 30000 Lehrer in den Ruhestand gehen. In diesem Jahr sind es 640 - doch ab 2019 werden es mehr als 1500 pro Jahr sein.

Andreas Debski

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