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Neue Kontrollverordnung für Sachsenwein ist fertig

Weinskandal Neue Kontrollverordnung für Sachsenwein ist fertig

Die sächsischen Winzer müssen künftig zwei Wochen vor der jeweiligen Qualitätsweinprüfung ihre Weine bei der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) einreichen.

Aufgrund des Weinskandales wird eine neue Qualitätsprüfung durchgeführt.

Quelle: dpa

Meißen/Dresden. Die sächsischen Winzer müssen künftig zwei Wochen vor der jeweiligen Qualitätsweinprüfung ihre Weine bei der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) einreichen. Diese Zeit ist notwendig, um die Weine lückenlos auf mögliche Rückstände von Pflanzenschutzmitteln überprüfen zu können. Als Folge des sogenannten Weinskandals müssen alle sächsischen Qualitäts- und Prädikatsweine verbindlich von der LUA untersucht werden (DNN berichteten). Wie das sächsische Landwirtschaftsministerium auf Anfrage gemeinsam mit dem Verbraucherschutzministerium in Dresden mitteilte, ist dafür die sogenannte Weinrechtsdurchführungsverordnung inzwischen erarbeitet worden. Sie soll demnach voraussichtlich am 8. September im Sächsischen Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht werden. Ein Sprecher des Landwirtschaftsministerium erklärte, die neuen Regelungen würden ab dem Tag der Verkündung gelten. Betroffen davon sind dann auch sämtliche Weine vorheriger Jahrgänge, die erstmalig zur Qualitätsweinprämierung angestellt werden. Alle Weine würden auf etwa 300 Pflanzenschutzmittelwirkstoffe untersucht. Die Kosten für diese Untersuchung trägt der Steuerzahler. Experten gehen von Kosten in Höhe von 250 Euro je Wein aus.

Die sogenannte Handelsanalyse, die bisher weinrechtlich auch schon zwingend erforderlich war, muss ebenfalls fortan verbindlich bei der LUA erfolgen - und zwar gemeinsam mit der Untersuchung auf Pflanzenschutzrückstände. Bei der Handelsanalyse werden Dichte, Alkohol, Restzucker und Säure der Weine ermittelt. Die Kosten hierfür zahlt weiterhin der Winzer, der die Weine einreicht. Bisher konnte die Handelsanalyse bei einem zertifizierten Labor nach Wahl des Winzers in Auftrag gegeben werden. Die LUA soll nun als Flaschenhals dienen, durch den alle Qualitäts- und Prädikatsweine vor dem Verkauf müssen und somit amtlich geprüft werden. Damit wollen die Behörden den verunsicherten Verbrauchern die Sicherheit geben, dass künftig keine sächsischen Weine mit Rückständen verbotener Pflanzenschutzmittel in den Verkauf gelangen können. Ferner  sollen auch die sogenannten Landweine separat untersucht werden, die nicht unter die neue Verordnung fallen. Dafür gebe es ein Sonderprüfungsprogramm, erklärte eine Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums.

Mehr als 500.000 Liter Sachsenwein sind wegen Verunreinigungen mit Dimethoat und Iprodion derzeit nicht verkehrsfähig. Sechs Kellereien sind betroffen, von denen nur die Hälfte öffentlich bekannt ist. Inzwischen hat die Entsorgung der belasteten Weine begonnen. Wie viele Liter Wein inzwischen aus der Welt geschafft wurden, dazu macht das zuständige Landratsamt Meißen bisher keine Angaben. Eine Mengenstatistik werde nicht erfasst, hieß es wiederholt.  

Von Lars Müller

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