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Namen der Fluthelfer in Sachsen bleiben geheim

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Den Wasserfluten folgte eine Flut an Auszeichnungen. Wer beim Hochwasser 2013 mindestens einen Tag half, konnte zwar einen Fluthelferorden bekommen - bleibt aber dennoch weitgehend unbekannt.

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Helfer beim Hochwasser 2013 in Altmickten.

Quelle: tbh

Dresden. Namenlose Ehre: Die vielen Fluthelfer aus dem verheerenden Hochwasser 2013 in Sachsen bleiben aus Gründen des Datenschutzes inkognito. Wie die sächsische Staatskanzlei jetzt in einer Antwort auf eine Anfrage von Linke-Politiker André Schollbach mitteilte, konnte die Einwilligung aller Betroffenen zur Weitergabe von Daten nicht rechtzeitig eingeholt werden. Die Namen von 25 701 zivilen Helfern seien zwar in einer Liste aufgeführt, jedoch sehe man von einer Veröffentlichung derselbigen ab, hieß es.

Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) hatte 2014 an insgesamt 27 770 Personen den Fluthelferorden, eine silberfarbene Medaille, verliehen. Der Orden wird an einem Band in den Farben des Freistaates getragen. Vorschläge konnte prinzipiell jeder einreichen. Bedingung war allerdings, dass der vorgeschlagene Bürger beim Hochwasser mindestens einen Tag lang im Einsatz war. Auch Lutz Bachmann, der Chef der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung, war auf diese Weise Anfang 2014 zu einer Ehrung des Freistaates gelangt.

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Das Terrassenufer am Abend: An der Einmündung Steinstraße hat die Elbe die Straße überflutet. Die Feuerwehr versucht Schulen und Kitas zu rettten.

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In der Antwort der Staatskanzlei an Schollbach ist nur eine grobe Zuordnung von Ordensträgern an ihre Institutionen enthalten. So gingen unter anderem 163 Orden an Angehörige der Bundeswehr, 1198 an Mitarbeiter der Polizei Fuldatal sowie 462 an Bundespolizisten. Auch ihre Namen bleiben unter Verschluss. „Bislang liegt keine Zustimmung der Bundeswehr sowie der Polizei zur Herausgabe der Namen vor“, teilte die Staatskanzlei mit.

Schollbach hatte sich schon zuvor für die Ordensflut interessiert. Mit einer anderen Anfrage fand er heraus, dass Tillich von 2012 bis 2014 insgesamt 37 404 sächsische Orden ausreichte. Das fühle ihn an das Verhalten von Erich Honecker in der Endphase der DDR erinnert, sagte Schollbach: „Honecker warf damals auch mit Orden und Auszeichnungen um sich. Wer zu lange an der Macht ist, verliert offenbar den Bezug dazu, was in welchem Umfang angemessen ist.“ Orden sollten als besondere Auszeichnung für außergewöhnliche Leistungen verliehen und nicht wie im Sommerschlussverkauf verramscht werden.

dpa

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Ordensflut
Linke-Politiker André Schollbach

Wenn Linke-Politiker André Schollbach an Ordensverleihungen in Sachsen denkt, fühlt er sich an die Endzeit der DDR erinnert. Nicht nur die massenhafte Vergabe von Orden geht ihm gegen den Strich. Mit Lutz Bachmann hat auch ein mehrfach vorbestrafter Krimineller eine Auszeichnung erhalten.

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