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Milliardär mit Wurzeln in Altenburg

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad wird 90 Milliardär mit Wurzeln in Altenburg

Auf seine streitbare Unternehmerlegende Ingvar Kamprad ist Schweden mindestens ebenso stolz wie auf Elche und Knäckebrot. Glaubt man den Gerüchten, so lagert der Ikea-Gründer stolze 40 Milliarden Euro auf seinem Bankkonto und wäre damit der reichste Mann Europas.

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Ingvar Kamprad

Quelle: dpa

Altenburg.  Auf seine streitbare Unternehmerlegende Ingvar Kamprad ist Schweden mindestens ebenso stolz wie auf Elche und Knäckebrot. Glaubt man den Gerüchten, so lagert der Ikea-Gründer stolze 40 Milliarden Euro auf seinem Bankkonto und wäre damit der reichste Mann Europas. In der geschäftigen Welt der Anzugträger gibt Kamprad den eher kauzig wirkenden Patriarchen. Während 135 000 Ikea-Mitarbeiter in 45 Ländern den 90. Geburtstag des Unternehmers heute groß feiern, wird es in der Heimat Kamprads keinen pompösen Festakt im Stile eines Multimilliardärs geben. „Er hat für diese Dinge überhaupt keinen Nerv“, sagt sein Cousin Klaus-Jürgen Kamprad dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, zu dem auch diese Zeitung gehört.

1943 begann Ingvar Feodor Kamprad mit seinem ersten Möbelhaus den globalen Siegeszug anzutreten. Gerade einmal 17 Jahre war der junge Mann, der auf ein stattliches Familienvermögen zurückgreifen konnte, um seine Träume zu verwirklichen. Stifte, Bilderrahmen, Geldbörsen – Kleinkram, mit dem Ikea auch heute noch Milliardenumsätze macht. Seit 1955 entwerfen die Schreiner aus Schweden selbst die Möbel. Der Mix aus Design und günstigen Preisen überzeugt von Amerika bis China die Kunden, die Tag für Tag 7,5 Millionen Möbelpakete aus den Filialen schieben.

Die familiären Spuren des Ikea-Gründers führen nach Deutschland, in den Osten der Republik, nach Thüringen. Die Historie der Kamprads, einer reichen Landeigentümerfamilie, lässt sich über Jahrhunderte zurückverfolgen. Eine Abzweigung führt in die 35 000-Einwohner-Stadt Altenburg, die berühmte Skatstadt zwischen Leipzig und Chemnitz. Klaus-Jürgen Kamprad, als Gründer eines erfolgreichen Musikverlags für klassische Musik mit dem familiären Gespür für gute Geschäfte ausgestattet, pflegt ein inniges Verhältnis zu seinem entfernten Cousin. Sie schreiben sich regelmäßig, 2007 sind sich die beiden zum ersten Mal persönlich begegnet – inkognito im Altenburger Land. Plötzlich stand der Ikea-Chef mit seiner mittlerweile verstorbenen zweiten Ehefrau Margaretha vor seiner Haustür. Er begab sich auf die Suche nach seiner persönlichen Vergangenheit – hier im thüringisch-sächsischen Grenzland. „Ingvar ist ein absolut herzlicher Familienmensch. Wenn man Ingvar begegnet, dann kommt er einem als ganz normaler, völlig ohne Etikette agierender Mitmensch vor, der sein Gegenüber in den Arm nimmt, begrüßt und sich freut“, sagt Klaus-Jürgen. Für beide steht die Familie an vorderster Stelle. „Er dient mir als Vorbild, wie man gradliniger im eigenen Leben nicht sein kann“, sagt Klaus-Jürgen
Kamprad über den Jubilar. Eine viel wichtigere Lehre sei ihm aber gewesen, „dass Geld zwar in einem gewissen Maße zum Glück beiträgt, aber mit einem weit geringeren Anteil, als man es landläufig glaubt.“

Er hat den Patriarchen damals durch das historische Altenburg geführt. Ganz bodenständig, so wie es Ingvar bevorzugt. Eine Überraschung hatte Klaus-Jürgen Kamprad für seinen berühmten Cousin aber doch parat. „Er ist nicht so ein musischer Typ“, erinnert er sich an den Moment, als sich der Gast aus Schweden an die barocke Trost-Orgel der berühmten Schlosskirche setzte und ihm Werke von Johann Sebastian Bach vorgespielt wurden. Ein intimer Moment. „Es ist gerade die kulturelle Identität der Region, die ganz wesentlich ist. Wer wir einmal gewesen sind, das lässt sich in so einem Bauwerk wie der Schlosskirche, in der eine der bedeutendsten Orgeln Deutschlands steht, an der Johann Sebastian Bach gespielt hat, am besten erklären.“

Was in den Medien über Ingvar geschrieben wird, interessiere ihn nicht. Ob er nur Klamotten vom Flohmarkt trage oder seine Vergangenheit während der Nazi-Zeit – das alles spielt für ihn keine Rolle. „Nicht alle Entscheidungen im Leben von Ingvar Kamprad waren glücklich. Aber das macht ihn auch zu genau diesem Menschen, der er nun mal ist.“ Kamprads drei Söhne sind alle mit dem Geschäft verbandelt. Ganz das Feld überlassen hat er ihnen aber noch nicht, auch wenn er sich inzwischen aus dem Konzern-Aufsichtsrat zurückgezogen hat.

Von Carsten Bergmann

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