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Meteorologe aus Sachsen veröffentlicht Buch zu Bauernregeln

Meteorologe aus Sachsen veröffentlicht Buch zu Bauernregeln

Wieso scheint eigentlich die Sonne am Morgen, wenn sich die Katze am Abend häufig das Fell leckt? Auf diese und viele andere Fragen gibt jetzt der Leipziger Meteorologe Jurik Müller sowohl fundierte wie auch unterhaltende und mitunter sogar überraschende Antworten.

Leipzig. Leipzig. Wieso scheint eigentlich die Sonne am Morgen, wenn sich die Katze am Abend häufig das Fell leckt? Auf diese und viele andere Fragen gibt jetzt der Leipziger Meteorologe Jurik Müller sowohl fundierte wie auch unterhaltende und mitunter sogar überraschende Antworten. "100 Bauernregeln...die wirklich stimmen" heißt sein beim BLV-Verlag in München erschienenes Buch.

"Mit dem Thema beschäftige ich mich nunmehr seit über 30 Jahren", verrät Müller. Zeitweise habe er zehn Zeitungsredaktionen gleichzeitig mit Texten versorgen müssen - so groß war das Interesse. Da seien ihm schließlich irgendwann sogar die Bauernregeln, die er auf mehrere tausend schätzt, ausgegangen und er habe kurzerhand 4000 eigene hinzukreiert. "Nicht erfunden! Ich habe nur alte Volksweisheiten in neue Worte gehüllt", betont Müller. Beispiel: "Wenn der Frauenmantel schwitzt, bald Regen uns im Nacken sitzt." Die Erklärung: Das sogenannte Guttationswasser, das von der Heilpflanze abgesondert wird, kann eben bei hoher Luftfeuchtigkeit nur schwer verdunsten.

Schon vor drei Jahren hat Müller ein Buch mit einschlägigen Bauernregeln veröffentlicht. In seinem neuen Band beschäftigt er sich nun vor allem mit kurzfristigen Wetterprognosen volkstümlicher Natur. Es gehe aber auch um Witterungsregeln, die beispielsweise an bestimmte Heilige gebunden seien (Eisheilige, St. Martin und so weiter), erklärt der Meteorologe. Ferner habe er sich bemüht, dem Thema "Pflanzen und Tiere als Wetterpropheten" den gebührenden Raum zu widmen. Und schließlich widme er sich der Ernte und einigen Wetterregeln, die nicht zutreffen. Doch wie trennt Müller eigentlich die Spreu vom Weizen? "Nach so langer Beschäftigung mit dem Thema bekommt man irgendwann das Gefühl dafür, was stimmt und was nicht", sagt er. Darüberhinaus habe er aber auch auf vorhandene Statistiken zurückgegriffen.

Den größten Aha-Effekt löste bei ihm eine Regel im Zusammenhang mit dem sogenannten Jahrtausendsommer 2003 aus. "Ein Wind, der zwischen Ostern und Pfingsten regiert, sich im ganzen Jahr nicht verliert", lautet die Formel. "Tatsächlich war es damals so", erinnert sich Müller. "Schon im Februar dominierten östliche Winde, trocken und kontinental. Das setzte sich dann zwischen Ostern und Pfingsten fort." Und erst recht danach. Folge: Die Trockenheit hielt lange an bis in die Getreideernte hinein. Die Hitze machte damals vielen Menschen auch gesundheitlich zu schaffen.

Wie weit gelten aber diese Bauernregeln eigentlich? "Natürlich muss man immer schauen, wo die Sprüche entstanden sind", betont Müller. "Die meisten aber gelten zumindest deutschlandweit." Viele Bauernregeln seien auch einfach mit Wünschen, Aberglauben und Träumen verbunden. Denn schließlich hatte man früher weder Fernsehen noch Radio und damit auch keine Wetterberichte. "Sie deshalb gering zu schätzen, würde jedoch wissenschaftliche Arroganz bedeuten", wirbt Müller auch für den kulturellen Wert der Sprüche.

Was den Klimawandel anbelange, so beeinflusse dieser die Bauernregeln zwar. Außer Kraft setze er sie aber - Einzelfälle ausgenommen - nicht, ist sich Müller sicher. "Er verändert ihre Bedeutung. Manches wird sich relativieren. Andere Regeln, die bisher ein Mauerblümchendasein geführt haben, könnten dagegen wichtiger werden."

Übrigens: Wenn sich die Katze am Abend oft leckt, scheint am Morgen wirklich häufig die Sonne. Die Katzenhaare laden sich nämlich elektrisch auf, wenn sie mit Gegenständen in Berührung kommen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit fließt die unangenehme Ladung von selbst ab. Bleibt es aber trocken, hilft die Katze kurzentschlossen selbst nach.

Jurik Müller: 100 Bauernregeln ... die wirklich stimmen. blv Verlag, 160 Seiten, 12,95 Euro

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.11.2011

Roland Herold

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