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Mehr Geld für Archäologie in Sachsen eingeplant

100.000 Euro zusätzlich Mehr Geld für Archäologie in Sachsen eingeplant

Sachsen gibt dieses Jahr mehr Geld für Archäologie aus als 2015. Laut Landesamt gab es 2015 rund 230 Grabungen, in diesem Jahr waren es bis jetzt mehr als 150.

Sachsen gibt dieses Jahr mehr Geld für Archäologie aus als 2015.

Quelle: dpa

Dresden. Sachsen gibt dieses Jahr mehr Geld für Archäologie aus als 2015. Das Land finanziert das Landesamt und das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz 2016 mit 7,65 Millionen Euro, etwa 100 000 Euro mehr als 2015. Die Mittel sollen im neuen Doppelhaushalt der Jahre 2017 und 2018 weiter steigen, hieß es.

Alte Brunnen, Latrinen oder längst vergessene Gemäuer: Die archäologisch interessanten Orte in Sachsen sind laut dem Landesamt für Archäologie durch Erkundungsflüge relativ gut bekannt. Dennoch würden immer wieder Entdeckungen gemacht, sagt Cornelia Rupp vom Landesamt. Gegraben werde dort jedoch nur, wenn etwa durch Bauarbeiten die Zerstörung solcher Bereiche drohe. Dann würden die Orte dokumentiert, vermessen und gescannt und bleiben zumindest im Computer erhalten. Laut Landesamt gab es 2015 rund 230 Grabungen, in diesem Jahr waren es bis jetzt mehr als 150.

Zu den spektakulären Funden jüngerer Zeit gehört ein Münzschatz, mit fast 1500 silbernen Geldstücken der größte Münzfund in Sachsen. Zwei Kletterer aus Bayern hatten ihn Ende April in der Sächsischen Schweiz entdeckt. „Der Fund war eine Überraschung“, sagt Rupp. Die Münzen stammen aus der Zeit zwischen 1693 und 1817 und müssen demnach nach den Napoleonischen Kriegen und dem Wiener Kongress versteckt worden sein.

Die mit Abstand größten Grabungen des Landes laufen in den Braunkohletagebauen südlich von Leipzig sowie in Nochten und Reichwalde bei Weißwasser in der Oberlausitz. Dort werden vor Beginn des Kohleabbaus jährliche mehrere Hektar Fläche untersucht. Dabei sind unter anderem vor zwei Jahren in Peres bei Neukieritzsch (Kreis Leipzig) zwei Brunnen aus der Jungsteinzeit vor 7000 Jahren in Blöcken geborgen worden, die jetzt unter Laborbedingungen in einer Halle Stück für Stück freigelegt werden. Unlängst wurde in dem größeren der Brunnen das Skelett einer kleinen Ziege oder kleinen Schafes entdeckt. „Das ist der erste solche Fund in einem Brunnen der Jungsteinzeit“, sagt Rupp.

Weil der Wohnungsbau wieder anzieht, haben die Archäologen weiter gut zu tun. Vor der Erschließung müssten die Bauflächen untersucht werden. Das treffe auch bei Investitionen der öffentlichen Hand zu.

Auf dem Gelände des künftigen Finanzamtes in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge etwa sind Archäologen auf Reste eines alten Franziskanerklosters gestoßen. In Plauen im Vogtland wird eine ehemalige Vollzugsanstalt zur Staatlichen Studienakademie umgebaut. Einst befand sich dort das Schloss der Vögte. Archäologen entdeckten dort einen versteckten Brunnen. Die Burg- und Schlossanlage wurde im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt und 1430 beim Einfall der Hussiten zerstört.

In Dresden und Leipzig hingegen gehen die seit Anfang der 1990er Jahre dauernden Grabungen langsam zu Ende. In Dresden waren unter anderem auf Altmarkt und dem Neumarkt unter anderem alte Kellergewölbe aus dem 13. und 14. Jahrhundert sowie vor der Frauenkirche ein alter Friedhof freigelegt worden. Einige der spätmittelalterlichen Keller wurden später in rekonstruierte oder neugebaute Häuser integriert. Aktuell sind auf dem Postplatz Teile der alten Stadtbefestigung zu sehen. Im Herbst soll hinter dem Kulturpalast gegraben werden. 

Aktuell hat das Landesamt 233 Mitarbeiter. Das schwanke je nach Zahl der Projekte, hieß es. Das Landesamt arbeite etwa eng mit der Professur für Ur- und Frühgeschichte an der Leipziger Universität zusammen.

Seit 2014 das Staatliche Museum für Archäologie in Chemnitz öffnete, scheint das öffentliche Interesse an der Archäologie gestiegen. „Verglichen mit unserem früheren Domizil im Japanischen Palais in Dresden sind die Besucherzahlen jetzt drei- bis viermal so hoch“, sagt Museumssprecherin Jutta Boehme. Viele Besucher kämen schon zum zweiten Mal. Drei Viertel von ihnen kämen aus Chemnitz und Umgebung. 

dpa

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