Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Mehr Frauen in Führungsetagen: Firmen im Osten hängen Westkonzerne ab

Vorreiter Mehr Frauen in Führungsetagen: Firmen im Osten hängen Westkonzerne ab

Firmen in Mitteldeutschland schlagen Westkonzerne beim Thema Frauenquote: Die Hälfte der börsennotierten Unternehmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat das 30-Prozent-Ziel im Aufsichtsrat erfüllt, das sind genau sieben von 14 Firmen. Vor zwei Jahren hatte das nur jedes fünfte Unternehmen geschafft.

Voriger Artikel
Linke und Grüne fordern mehr Stellen bei Polizei und Justiz
Nächster Artikel
Mauerfall am 9. November 89: Die Mehrheit der Deutschen weiß Bescheid
Quelle: dpa

Leipzig.  Firmen in Mitteldeutschland schlagen Westkonzerne beim Thema Frauenquote: Die Hälfte der börsennotierten Unternehmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat das 30-Prozent-Ziel im Aufsichtsrat erfüllt, das sind genau sieben von 14 Firmen. Vor zwei Jahren hatte das nur jedes fünfte Unternehmen geschafft. Dabei ist für die meisten das Ziel nicht einmal verbindlich. Nur 105 Großkonzerne sind verpflichtet, die Quote umzusetzen – und die sitzen fast alle im Westen. Die Quote erfüllt hat von ihnen nur eine Minderheit: 55 Prozent verfehlen das Ziel noch, so das jüngste Fazit des Vereins „FidAR – Frauen in die Aufsichtsräte“.

Verbindlich ist die Quote im Osten nur für ein einziges Unternehmen: Jenoptik. Der Jenaer Technologiekonzern kann Vollzug melden: Vor zwei Jahren waren nur drei der zwölf Aufsichtsräte weiblich. Inzwischen wurde eine weitere Frau in das Gremium gewählt, der Anteil stieg so von 25 auf 33 Prozent. „Ich freue mich, dass es uns in hervorragender Weise gelungen ist, geeignete Frauen zu finden und auch zu besetzen“, sagte Jenoptik-Chef Michael Mertin. Dabei ist er kein Fan der Quote. Posten sollten nicht nach Geschlecht, sondern nach Kompetenz besetzt werden, so Mertin.

Die Quote wurde im vergangenen Jahr vom Bundestag beschlossen und gilt seit Jahresbeginn. Verbindlich ist sie für börsennotierte Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern. Das sind laut FidAR derzeit 105. Bei ihnen müssen 30 Prozent der Aufsichtsratssitze an Frauen gehen. Für 3500 kleinere Betriebe gilt eine abgemilderte Form: Die Zielmarke legen die Unternehmen selbst fest. Theoretisch kann sie bei Null liegen.

Obwohl die meisten Ost-Betriebe daher von der starren Quote nicht betroffen sind, haben viele sie trotzdem erfüllt. Carl Zeiss Meditec aus Jena, von der Größe her nur knapp an der Quotenpflicht vorbeigeschrammt, verdoppelte die Zahl der Frauen im sechsköpfigen Kontrollorgan von einer auf zwei. „Wir sind nicht verpflichtet, sondern erfüllen die 30-Prozent-Quote freiwillig“, sagte eine Sprecherin des Medizintechnik-Anbieters.

Noch deutlicher fiel der Sprung bei der Leipziger Nabelschnurblutbank Vita 34 aus: Vor zwei Jahren waren im Aufsichtsrat die Männer noch unter sich. Dann wurde das Gremium von drei auf sechs Mitglieder erweitert – zwei der neuen Sitze gingen an Frauen. Dabei habe das Geschlecht gar keine Rolle gespielt, sagte Vorstandschef André Gerth. „Bei der Auswahl ging es ausschließlich um fachliche und persönliche Fähigkeiten.“

Vorreiter bei der Geschlechterfrage war der Biospritanbieter Verbio aus Zörbig. Seit 2010 sitzt dort mit Ulrike Krämer eine Frau im dreiköpfigen Kontrollorgan. Auch für Tonkens Agrar aus Sülzetal bei Magdeburg war die Quote dank Bea Tonkens im Kontrollgremium nie ein Problem. Funkwerk Kölleda konnte jetzt gleichziehen: Ende Juni wurde Elizabeth Hörmann als erste Frau in den dreiköpfigen Aufsichtsrat gewählt – und auch gleich an dessen Spitze. Reine Männerrunden gibt es aber nach wie vor – etwa bei der Schokoladenfabrik Halloren, aber auch beim Softwareunternehmen Intershop (Jena) und dem Thermometer-Hersteller Geratherm.

Von Frank Johannsen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

23.10.2017 - 14:57 Uhr

Für Manuel Konrad geht es in der zweiten Runde des DFB-Pokals mit Dresden in seine alte Heimat zum SC Freiburg.

mehr
  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "DNN Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, das Sie überall und rund um die Uhr nutzen können -... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr