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Mackenroth will „Integrationsmonitoring“ für Flüchtlinge

Veränderung der Strukturen nach dem Vorbild Österreichs Mackenroth will „Integrationsmonitoring“ für Flüchtlinge

Sachsens Ausländerbeauftragter Geert Mackenroth fordert klare Zuständigkeiten für Flüchtlinge und eine valide Datenbasis für die Integration. „Ich habe den Eindruck, dass wir keine saubere Datengrundlage für politische Entscheidungen haben“, sagte er am Freitag.

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Das „Integrationsmonitoring“ könne beispielsweise Auskunft darüber geben, wie viele DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) perspektivisch gebraucht werden oder wie hoch die Abbrecherquote bei Sprachkursen ist.

Quelle: dpa

Dresden. Sachsens Ausländerbeauftragter Geert Mackenroth fordert klare Zuständigkeiten für Flüchtlinge und eine valide Datenbasis für die Integration. „Ich habe den Eindruck, dass wir keine saubere Datengrundlage für politische Entscheidungen haben“, sagte er am Freitag bei der Vorstellung seines Jahresberichtes in Dresden. Deshalb brauche man ein „Integrationsmonitoring“. Dies könne beispielsweise Auskunft darüber geben, wie viele DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) perspektivisch gebraucht werden oder wie hoch die Abbrecherquote bei Sprachkursen ist. Man müsse aufpassen, keine Kapazitäten vorzuhalten, die nicht gebraucht werden und Steuergelder kosten.

Handlungsbedarf sieht Mackenroth auch bei klaren Zuständigkeiten. Hier gebe es weiterhin viele verschiedene Verantwortlichkeiten. Sein Haus müsse oft eine Lotsenfunktion übernehmen. Mackenroth regte eine Veränderung der Strukturen nach dem Vorbild Österreichs an. Dort sei ein bei der Staatskanzlei angesiedelter Fonds für Integration zuständig. „Ich will nicht sagen, dass sich das 1:1 übertragen lässt.“ Man müsse aber darüber nachdenken, den „Zuständigkeitswirrwarr“ und die damit einhergehenden Reibungsverluste aufzufangen. Mackenroth wünscht sich zudem eine bessere Koordinierung ehrenamtlicher Helfer. Für sie und für Multiplikatoren der Flüchtlingsarbeit will er eine Hotline schalten.

Ein Burkaverbot hält Mackenroth für nicht relevant. „Ich habe noch nie jemanden mit Burka gesehen und ich finde, wir sollten uns - was Integration angeht - nun wirklich um die Dinge kümmern, die auf den Nägeln brennen.“ Er empfehle in dieser Frage Gelassenheit.

Der Ausländerbeauftragte wurde auch gefragt, wie er das Klima für die in Sachsen lebenden Ausländer einschätzt. Auch da gebe es noch „Luft nach oben“, sagte er. Die Freundlichkeit gegenüber Asylsuchenden sei verbesserungsfähig - auch auf Ämtern. Dort würden manche Flüchtlingen mit preußischem Befehlston gegenübertreten und wenig Empathie zeigen, andere wiederum seien offen und freundlich. Das Gesamtklima habe sich aber im Vergleich zum „heißen Herbst“ 2015 beruhigt.

„Ich warne davor zu glauben, dass damit die Arbeit getan ist“, sagte Mackenroth. Die Ruhe könne trügerisch sein. Wenn sich die Zahl der Flüchtlinge wieder erhöhe, könne schnell eine „stille Reserve der Fremdenfeindlichkeit“ wieder aufschlagen. Deshalb müsse auch künftig Geld für die Integration ausgegeben und das Image Sachsen verbessert werden: „Aber das Image ist nicht so wichtig wie das tatsächliche Verhalten gegenüber den Ausländern.“ Jetzt müsse Integration geplant und gestaltet werden. „Sonst gefährden wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Neid, Frustration, Abschottung, Unwissen und Vorurteile sind eine gefährliche Mischung“, erklärte Mackenroth.

dpa

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