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Lob und Kritik für Dresdens scheidende Oberbürgermeisterin Orosz

Lob und Kritik für Dresdens scheidende Oberbürgermeisterin Orosz

Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) wird mit Lob und Kritik aus dem Amt verabschiedet. Vertreter mehrerer Parteien im Stadtrat würdigten sie am Donnerstag und lobten dabei vor allem ihre Fähigkeit, die Stadt nach außen zu repräsentieren.

Deutsche Presse-Agentur dpa

Zugleich wurden ihr Defizite als Chefin der Verwaltung angelastet. Die 61-Jährige war früher Sozialministerin in Sachsen und 2008 dann zur Oberbürgermeisterin Dresdens gewählt worden. Wegen einer Krebserkrankung musste sie ein Jahr lang pausieren. Im Herbst 2014 erklärte Orosz den Verzicht auf eine weitere Amtszeit und begründete das mit ihrer Gesundheit.

Am Freitag hat sie ihren letzten Arbeitstag. „Es ist ihr bleibender Verdienst, dass sich das Ansehen und der Ruf Dresdens während ihrer Amtszeit enorm verbessert hat“, betonte FDP-Stadtrat Holger Zastrow. „Ihr entschlossenes Handeln rund um den 13. Februar, aber auch ihr gewandtes und souveränes Auftreten auf der nationalen und der internationalen Ebene haben der Stadt gut getan.“ Auch Grüne und Linke sahen Orosz’ Stärken in der Außendarstellung. Sie habe im Laufe der Amtszeit ihre Position gegen Rassismus und Rechtsradikalismus geschärft und - anders als ihre eigene Partei - eindeutig Position bezogen, erklärten Christiane Filius-Jehne und Thomas Löser, das Führungsduo der Grünen im Stadtrat.

„Frau Orosz hatte ihre Stärken in der Repräsentation nach außen, aber erhebliche Schwächen in der Amtsführung nach innen. Ihr ist es nicht gelungen, wesentliche Probleme der Stadt Dresden zu lösen“, sagte André Schollbach, Fraktionschef der Linken im Stadtrat. „Ihre Defizite lagen in ihrer Funktion als Chefin der Verwaltung, die sie - auch strukturell - in all den Jahren nie in den Griff bekommen hat“, betonten die Grünen. Orosz habe zu wenig als Oberbürgermeisterin aller Dresdnerinnen und Dresdner agiert und gleichzeitig „beharrlich Information über Entscheidungen und Einbindung in Entscheidungsprozesse verwechselt“. Orosz scheidet vorzeitig aus dem Amt. Am 7. Juni wird in Dresden ein neues Stadtoberhaupt gewählt.

dpa

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