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Linkes Spitzen-Duo und Parteigerangel: Landesparteitag kührt Bundestagskandidaten

Linkes Spitzen-Duo und Parteigerangel: Landesparteitag kührt Bundestagskandidaten

Sachsens Linke übt sich neuerdings in Einvernehmen. Waren die PDS-Nachfolger viele Jahre lang intern auf Krawall gebürstet, so geht seit einigen Monaten vieles ohne größeren Krach über die politische Bühne.

Dresden.

Das dürfte ebenso den Landesparteitag morgen in Schkeuditz prägen, wenn der bundesweit größte linke Landesverband die Kandidaten für die Bundestagswahl bestimmt. Im Fokus dabei steht ein altbekanntes Duo: Bundeschefin Katja Kipping und Ex-Fraktionschef André Hahn, beide gelten nicht gerade als beste Freunde.

Das hat einige Brisanz. Denn mit ihren 35 Jahren profiliert sich die aus Dresden stammende Kipping seit Langem auf Bundesebene als reformfreudige Junglinke mit dem Nimbus der unverbrauchten Spitzenkraft. Dagegen steht die Truppe der Altvorderen, die schon zu DDR-Zeiten in der SED waren. Viele Jahre schenkten sich beide Lager nichts. Dabei funktionierte die Streitlinie nach dem heimlichen Motto: Jugendbrigade gegen Traditionalisten, interne Scharmützel gehörten zum Alltagsgeschäft.

Das lässt sich an der Arithmetik des Parteitags ablesen. Vor zehn Monaten legte sich die Parteiführung auf das Duo Kipping/Hahn fest, das nun am Wochenende endgültig gewählt werden soll. Dabei firmiert der 50-jährige Pirnaer Hahn als Vertreter der alten Liga - pragmatisch bemüht, aber alles andere als ein Zugpferd im Ringen um Jungwähler. Dass beide am Wochenende von den rund 200 Delegierten gewählt werden, gilt trotzdem als sicher.

Das sieht auch Landeschef Rico Gebhardt so. "Die sächsische Linke hat sich konsolidiert", lautet seine Lesart, "selbst strittige Fragen lösen wir meist im Dialog." Und selbstverständlich dürfte das auch für das Spitzen-Duo gelten. Dahinter steht die interne Losung: Beide Lager sollen zu ihrem Recht kommen, ohne allzu viel Streit.

Ob das auch für die Plätze dahinter gelten wird, ist allerdings offen. Denn klar ist: Es wird eng für einige Bewerber, nicht alle Kandidaten werden zum Zug kommen - darunter auch der eine oder andere jetzige Abgeordnete. Grund: Acht Linke aus Sachsen bevölkern derzeit den Bundestag, und auch in Zukunft dürften es kaum mehr werden. Wegen der Personalie Hahn dürfte nun einer der aktuellen männlichen Abgeordneten durchs linke Raster fallen. Als Wackelkandidaten hierbei gelten der Jurist Jörn Wunderlich (Mittelsachsen) sowie Michael Leutert (Chemnitz), ein Jugendbrigadist und Kipping-Vertrauter.

Bei den Bewerberinnen ist die Lage ähnlich. Hier ringen fünf linke Frauen um die drei Plätze hinter Kipping, darunter die Bundestagsabgeordneten Barbara Höll (Leipzig), Südwestsachsens DGB-Chefin Sabine Zimmermann sowie Kipping-Anhängerin Caren Lay. Da aber mit der 32-jährigen Susanna Karawanskij (Nordsachsen) und der 29-jährigen Janina Pfau (Vogtland) voraussichtlich zwei weitere Junglinke antreten, wird es auch hier Verlierer geben.

Dabei könnte es nicht zuletzt Zimmermann treffen, was linken Gewerkschaftern und Altvorderen nicht passen dürfte. Denn die DGB-Frau kommt zwar aus der SPD, gilt aber seit ihrem Wechsel zur Linken eher als Traditionalistin. Darüber hinaus hat sie sich mit ihrem Einsatz vor dem Bundesparteitag 2012 keinen Gefallen getan. Damals brachte sich Zimmermann als neue Bundeschefin ins Gespräch - und zog dann kleinlaut zurück.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.04.2013

Jürgen Kochinke

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