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Leipziger Forscher legen Zwischenbilanz der LIFE-Studie über Zivilisationskrankheiten vor

Leipziger Forscher legen Zwischenbilanz der LIFE-Studie über Zivilisationskrankheiten vor

Ein höherer Body-Mass-Index BMI führt bei älteren Menschen offenbar zu einer Verringerung der grauen Hirnsubstanz, die mit Sprache, Aufmerksamkeit und Gedächtnis in Verbindung gebracht wird.

Nach fünf Jahren hat das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationskrankheiten (LIFE) der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig eine Zwischenbilanz gezogen und gestern einige ausgewählte Ergebnisse präsentiert:

Adipositas wirkt auf das Gehirn

Bei den entsprechenden Studienteilnehmern zwischen 60 und 80 Jahren wurde eine Verschlechterung in der Gedächtnisleistung und Reaktionsgeschwindigkeit festgestellt. Adipositas kann also zu einer Veränderung der Hirnstruktur führen. Damit wirkt sich ein höherer BMI indirekt ungünstig auf die geistigen Funktionen im Alter aus. Bereits andere Studien wiesen darauf hin, dass eine gesündere Ernährung sich positiv auf das Demenzrisiko im Alter auswirken kann und Übergewicht ein Risikofaktor beispielsweise für die spätere Erkrankung an einer Alzheimer-Demenz ist.

Biomarker für Infarktrisiko

Die Studie identifizierte einen Biomarker, der auf ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt hinweist. Man sei davon ausgegangen, dass zu niedrige Blutwerte von "gutem Cholesterin" HDL einen Risikofaktor für Herzerkrankungen darstellen. Einige Menschen besitzen erbliche Veranlagungen, die zu niedrigen HDL-Werten führen. Die Wissenschaftler untersuchten Verbindungen zwischen genetischen Veränderungen und der Aktivität bestimmter Gene. Dabei konnten sie unter anderem eine Gruppe von Genen nachweisen, die für niedrige HDL-Spiegel verantwortlich sind. Menschen, die genetisch bedingt diese Genkombination in sich tragen, haben ein höheres Risiko, eine koronare Herzerkrankung zu bekommen und einen Herzinfarkt zu erleiden. Laut Studienleiter Joachim Thiery sind 90 Prozent der Herzpatienten mit schlechten Cholesterin-Werten unterversorgt. Nur etwa zehn Prozent sind mit ihren Cholesterin-Werten medikamentös gut eingestellt.

Auslöser für Herzinfarkt

Rauchen ist einer der stärksten Risikofaktoren für die Auslösung eines Herzinfarktes bei Männern und Frauen. Auch Diabetes spielt in allen Stadien einer koronaren Herzerkrankung eine wesentliche Rolle bei der Auslösung eines Herzinfarktes, so Studienleiter Joachim Thiery. Auffällig dabei: Frauen sind offenbar empfindlicher als Männer. Sie sind stärker von den kardialen Folgen des Diabetes und des Rauchens betroffen als Männer.

Kinderstudie wird fortgeführt

Von 3500 Babys, Kindern und Jugendlichen wurden für die LIFE-Child-Studie die Daten erfasst. 2000 Kinder und Jugendliche sind seit ihrer Ersterfassung für Folgeuntersuchungen zurückgekehrt. Mit dem Datenbestand sollen nun wichtige Fragestellungen zur kindlichen Entwicklung und medizinischen Versorgung beantwortet werden. "Bislang wurden die Werte von Erwachsenen einfach übertragen. Da sich die Werte von der frühen Kindheit über die Pubertät bis zum Erwachsenenalter stark verändern, wird leicht deutlich, welche Probleme daraus erwachsen," sagte Wieland Kiess, der für die Kinder- und Schwangerenkohorte verantwortlich ist. Dabei geht es beispielsweise um den Knochenstoffwechsel in allen Altersstufen bis 18 Jahre und um Parameter, die darstellen, welche Vitaminbindungsproteine notwendig sind, um Vitamin D im Knochen einzulagern. Die neuen Daten sollen dazu beitragen, neue Diagnoseverfahren zu entwickeln und gezielter als bisher neue Ansätze in Prävention und Therapie zu schaffen.

3-D-Körpervermessung

Von 10 000 Probanden wurden Körperbilder aufgenommen, so dass nun ein in Deutschland einzigartiger Datensatz vorliegt. Statt des groben Body-Mass-Index als Maß für Fettleibigkeit soll damit viel differenzierter unterschieden werden, da Fettleibigkeit unterschiedliche Risiken für Stoffwechsel- oder Gefäßerkrankungen mit sich bringt.

Bilanz der Exzellenzinitiative

Das LIFE-Forschungszentrum hat nach eigenen Angaben die Ziele der ersten Förderperiode erreicht. Die Breite der Untersuchungen und die Einbeziehung vieler Alters- und Patientengruppen seien einzigartig, hieß es. Die Bioprobenbank umfasst fast eine Million Einzelproben, die auf Jahre hinaus Laborbestimmungen ermöglichen werden. Zudem liegen mehr als 210 wissenschaft- liche Publikationen vor. In den kommenden Jahren soll der Aufbau einer Datenbank und die internationale Vernetzung vorangetrieben werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.04.2015

Romy Richter

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