Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Leipziger Forscher: Fast jeder dritte Alzheimer-Fall wäre zu verhindern

Hauptursachen Trägheit und Rauchen Leipziger Forscher: Fast jeder dritte Alzheimer-Fall wäre zu verhindern

Sport statt TV, Waldluft statt Zigarette - fast jeder dritte Fall der als unheilbar geltenden Alzheimer-Erkrankung in Deutschland wäre relativ einfach zu verhindern, wenn Risiko-Patienten ihre ungesunde Lebensweise umstellen würden.

Quelle: dpa

Dresden. Sport statt TV, Waldluft statt Zigarette - fast jeder dritte Fall der als unheilbar geltenden Alzheimer-Erkrankung in Deutschland wäre relativ einfach zu verhindern, wenn Risiko-Patienten ihre ungesunde Lebensweise umstellen würden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Forscher der Uniklinik Leipzig. Steffi Riedel-Heller, Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health an der Medizinischen Fakultät, und Demenzforscher Tobias Luck haben erstmals Hochrechnungen für die Bundesrepublik vorgelegt, wo nach Schätzungen der Deutschen Alzheimergesellschaft derzeit rund eine Million Menschen von Alzheimer betroffen ist.

Riedel-Heller und Luck konstatieren, dass 30,5 Prozent dieser Fälle - also knapp ein Drittel - theoretisch auf insgesamt sieben Risikofaktoren zurückzuführen sind (siehe Kasten). Das bedeutet: rund 305 000 Menschen könnten vor der Erkrankung bewahrt werden, wenn die Ursachen ausgeschaltet würden.

Gleichzeitig ergeben sich mit der Kenntnis der Ursachen auch Chancen für die Vorbeugung. Riedel-Heller unterstreicht, dass "mehr Bewegung" nicht Leistungssport oder Fitnessstudio bedeute, sondern mehr zu Fuß zu gehen. Sie räumt ein, dass "die Ergebnisse in dieser Größenordnung überrascht haben". Nun allerdings müsse stärker in Praxis und Forschung investiert werden. "Da stehen jetzt alle in der Pflicht: die Politik, die Krankenkassen und nicht zuletzt jeder Einzelne selbst", ergänzt Luck.

Ein Umsteuern bei den Lebensgewohnheiten sei selbst im hohen Alter noch sinnvoll. "Diverse Studien haben gezeigt, dass man damit den Ausbruch der Krankheit noch weiter hinauszögern kann", so Luck. Im internationalen Vergleich habe ihn am meisten überrascht, wie häufig in Deutschland noch Rauchen eine der Hauptursachen für den Ausbruch der Krankheit war. "In dieser Beziehung sind die USA und Großbritannien beispielsweise schon viel weiter."

Für deutsche Krankenkassen ist die Erkrankung ein Kostentreiber. Ein Klinikaufenthalt wegen Demenz und anderer chronischer Störungen der Hirnfunktion wird dieses Jahr mit durchschnittlich 2826 Euro je stationärem Aufenthalt vergütet. Insgesamt hat die für Sachsen und Thüringen zuständige AOK Plus dafür im Vorjahr 6,33 Millionen Euro erstattet, so Sprecherin Hannelore Strobel.

Neurologen und Psychiater wollen morgen in Berlin die neu überarbeitete medizinische Leitlinie Demenzen vorstellen. Mehr als fünf Jahre lang haben z.B. Fachgesellschaften, Mediziner, Pflegepersonal und Patienten wissenschaftliche Erkenntnisse ausgewertet und sich auf neue Regeln für Diagnostik und Behandlung geeinigt.

Roland Herold

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "DNN Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, das Sie überall und rund um die Uhr nutzen können -... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr