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Leipzig wird im März Flüchtlingsdrehkreuz

Standort Mockau Leipzig wird im März Flüchtlingsdrehkreuz

Noch im März wird Leipzig zum Flüchtlingsdrehkreuz. Nachdem Pläne für den Flughafen und ein Bahngelände gescheitert waren, steht nur der Standort Mockau im Norden der Stadt fest.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Seit September wird spekuliert, jetzt steht es fest: Leipzig bekommt ein Flüchtlingsdrehkreuz. Asylbewerber, die im Zuge der bundesweiten Verteilung nach Sachsen kommen, werden dort registriert und innerhalb von 48 Stunden auf Erstaufnahmen im Freistaat oder anderen Bundesländern weitergeleitet. Im Leipziger Norden wird derzeit die Zeltstadt Mockau dafür vorbereitet, teilte die Landesdirektion auf Anfrage von LVZ.de mit.

Noch in der ersten Märzhälfte soll die Drehscheibe Mockau in Betrieb gehen, bestätigte die Behörde am Dienstag auf Anfrage von LVZ.de. Die Zeltstadt in Nachbarschaft der Neuen Messe Leipzig wurde als Erstaufnahme mit 1360 Plätzen errichtet. An der Kapazität will das Land auch nicht rütteln, aber Raumteiler sollen mehr Privatsphäre für die Flüchtlinge schaffen. Im Gespräch ist ebenfalls, die Zelte durch Leichtbauhallen zu ersetzen.

Derzeit werden die Voraussetzungen geschaffen, um auch größere Zahlen von Asylbewerbern am Standort Mockau registrieren zu können, so die Landesdirektion. Die Behörde braucht dafür zusätzliches Personal und Büroarbeitsplätze vor Ort. Ein Unterbringungszelt werde deshalb umgewidmet. In den verbliebenen Unterkünften sollen dann Doppelstock- statt Feldbetten aufgestellt werden, damit die Zahl der Schlafstätten gleich bleibt.

Schlafsack und Hygienebeutel

Betreiber der Drehscheibe in Leipzig ist das Deutsche Rote Kreuz. Da am Wochenende keine Flüchtlinge zu ihren Bestimmungsorten gefahren werden, bleiben die Schutzsuchenden zum Teil auch länger als 48 Stunden in Leipzig. Das Prozedere der Aufnahme unterscheide sich nicht von anderen Erstunterkünften: „Die Asylbewerber werden erfasst, erhalten Schlafsack und Hygienebeutel“, so die Behörde. Die medizinische Betreuung sei gewährleistet, ein ausführlicher Check für die Reisenden finde aber erst am Bestimmungsort statt.

Durch den Weg über die Balkanroute und Österreich kam vor der Schließung mehrerer Grenzen ein Großteil der Geflüchteten zunächst über Bayern nach Deutschland. Von dort werden die Asylsuchenden bundesweit über verschiedene Drehkreuze weiter verteilt. Nach Leipzig kommen die Flüchtlinge voraussichtlich per Bus, landen aber möglicherweise zuvor an einem Bahnhof in Thüringen oder Sachsen-Anhalt. Dazu gibt es offenbar Gespräche auf Landesebene. Im Januar seien „an keinem Tag mehr als 200 Asylbewerber“ im Rahmen des bundesweiten Ausgleichs nach Sachsen gekommen, erklärte die Landesdirektion. Die Behörde geht aber davon aus, dass die Zahlen wieder steigen können.

20.000 Erstaufnahmeplätze in Sachsen

Insgesamt gehe Sachsen in Abstimmung mit den Kommunen mittelfristig von einem Unterbringungsbedarf in Erstaufnahmen von 20.000 Plätzen aus. Diese sollen auf Leipzig, Chemnitz und Dresden verteilt werden. Allein in der Messestadt hält der Freistaat mit allen geplanten und im Bau befindlichen Unterkünften künftig mehr als 9000 Plätze vor, davon in Leipzig-Mockau voraussichtlich bis zu 3760 Betten. Derzeit sind sechs Erstaufnahmeeinrichtungen in Leipzig in Betrieb. Diese sind aktuell nur zu einem Bruchteil belegt oder stehen ganz leer.

Seit Herbst war ein Flüchtlingsdrehkreuz Leipzig im Gespräch. Zunächst lief die Verteilung von Tausenden Ankömmlingen nur über München. Zur Entlastung waren schnell weitere Standorte im Westen und Norden Deutschlands und auch Leipzig im Gespräch. Doch Pläne für die Kurzunterbringung in einer Cargohalle am Flughafen Leipzig-Halle oder auf einem Bahngelände in Flughafennähe wurden letztlich wegen Sicherheitsbedenken nicht umgesetzt.

Von Evelyn ter Vehn

Leipzig Graf-Zeppelin-Ring 51.391501 12.39529
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