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Legida/Pegida wollen in Leipzig feiern – Morddrohung gegen Grünen-Chef

Demo-Montag Legida/Pegida wollen in Leipzig feiern – Morddrohung gegen Grünen-Chef

Am Montagabend erwartet Leipzig den inzwischen üblichen Aufmarsch der Legida-Rechtspopulisten. Die Gruppe um Markus Johnke will dieses Mal „Geburtstag“ feiern, hat dazu auch Pegida um Lutz Bachmann eingeladen.

Legida-Aufmarsch am 2. November in Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Seit einem Jahr marschiert Legida nun schon regelmäßig durch die Messestadt. Am heutigen Montag will die fremden- und islamfeindliche Gruppe zusammen mit Vertretern der Schwesterinitiative Pegida ihren ersten „Geburtstag“ in Leipzig feiern. Dazu sind Kundgebung und Aufmarsch durch die nördliche Innenstadt angekündigt. Auch die Legida-Abspaltung „Offensive für Deutschland“ (OfD) will teilhaben, hat eine zusätzliche Kundgebung angemeldet. Gegen die rechten Gruppen wollen sich indes Tausende Leipziger engagieren, unter anderem ist eine Lichterkette um den Innenstadtring angekündigt.

Morddrohung gegen Grünen-Politiker

Sachsens Grünen-Chef Jürgen Kasek hat nach seiner Anzeige wegen Volksverhetzung gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann mehrere Morddrohungen erhalten. Am Wochenende gingen auf dem Anrufbeantworter in seiner Leipziger Rechtsanwaltskanzlei zwei anonyme Nachrichten ein. „In einer hieß es: ‚Kasek Kopfschuss‘“, sagte der 35-Jährige am Montag gegenüber LVZ.de. Zudem meldete sich ein anonymer Anrufer auf seinem Handy und drohte mit Angabe von Kaseks Adresse, dass er „aufs Maul“ bekomme. Per Facebook und E-Mail erreichten den Grünen-Politiker zudem rund 70 Hassbotschaften, laut denen er „aufgeknüpft werden“ soll und als „linke Ratte“, „Wichser“ und „Arschloch“ beschimpft wird. Kasek nimmt die Drohungen ernst und will diese bei der Polizei zur Anzeige bringen, wie er sagte, „auch um meine Familie zu schützen“. Er will sich von den Drohungen jedoch nicht einschüchtern lassen. „Was mich schockiert, ist dass die Leute teilweise mit Klarnamen schreiben und explizit zu Hass aufrufen. Es gibt scheinbar keine Hemmung mehr“, so Kasek, der sich unter anderem bei NoLegida und im Bündnis Leipzig nimmt Platz engagiert.

Lichterkette

Die von OBM Burkhard Jung (SPD), Vertretern christlicher Kirchen, kultureller und politischer Initiativen sowie den Chefs von BMW- und Porsche-Werken unterstütze Lichterkette soll um 18 Uhr mit einem Umzug auf dem Nikolaikirchhof starten und zum nördlichen Thomaskirchhof ziehen. Von dort sollen sich die Teilnehmer auf den Gehwegen entlang des Innenstadtrings verteilen. Von 18.45 Uhr bis 19 Uhr soll die Lichterkette rund um Leipzigs Zentrum geschlossen werden.

Union sagt ab

Die CDU will sich ausdrücklich nicht an Lichterkette und Gegendemonstration beteiligen. Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla sagte, sie lehne die Aktion weitgehend ab. Die Ziele torpedierten die Bemühungen der Bundesregierung um eine Reduzierung und Eingrenzung der Flüchtlingszahlen. CDU-Kreisvorsitzender Robert Clemen teilte mit, als Institution entsage man Lichterkette und Gegendemos. Die Union habe sich im vergangenen Jahr nicht an Demonstrationen beteiligt. „Wir werden jetzt auch nicht an einer sozialdemokratisch organisierten Geburtstagsfeier für Legida teilnehmen“, so Clemen.

Gegendemonstrationen

Gegen die rechten Aufzüge und Kundgebungen wurden insgesamt acht Veranstaltungen angemeldet. Die studentische Initiative „Legida? Läuft nicht.“ will ab 17 Uhr vom Augustusplatz über Georgiring und Willy-Brandt-Platz zum Richard-Wagner-Platz ziehen. Dort startet um 18 Uhr die Kundgebung „Nein zum Rassismus, Ja zu Vielfalt – für einen Willkommensplatz in der Leipziger Innenstadt“. Dazu werden nach Veranstalterangaben rund 5000 Teilnehmer erwartet.

Rechte Aufmärsche

Die Stadt Leipzig hat am Freitagabend alle beauflagten Demonstrations-Routen für Montag bekannt gegeben. Legida wird vom Parkplatz des Naturkundemuseums zum Nordplatz und zurück ziehen können, heißt es. Angegebener Start ist 18.30 Uhr, das Ende wurde auf 22 Uhr datiert. Angemeldet wurden 1000 bis 2000 Teilnehmer. Die OfD um Ex-Legida-Chef Silvio Rösler und Ex-NPD-Politiker Alexander Kurth trifft sich um 19 Uhr am Nordplatz, will dort mit 80 bis 100 Menschen bis 20.30 Uhr eine Kundgebung abhalten.

LVZ

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