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Land Sachsen stellt Freundschaftspionierleiter auch in der Region Dresden in Schuldienst ein

Land Sachsen stellt Freundschaftspionierleiter auch in der Region Dresden in Schuldienst ein

Zur Absicherung des Unterrichts an sächsischen Schulen hat der Freistaat zum Schuljahr 2013/14 insgesamt fast 200 Mitarbeiter ohne abgeschlossene Lehrerausbildung eingestellt.

Wie aus einer DNN vorliegenden Aufstellung des Kultusministerium hervorgeht, sind darunter auch Beschäftigte mit kuriosen Qualifikationen wie Schornsteinfeger, Kosmetikerin oder auch Freundschaftspionierleiter.

Nach den Angaben des Kultusministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Annekathrin Giegengack sind 188 Personen eingestellt worden, die keine abgeschlossene Lehrerausbildung nach neuem Recht nachweisen können.

Dies bedeute jedoch nicht, dass diese Personen über keinerlei pädagogische Ausbildung verfügten. Unter anderem handele es sich auch um Lehrer mit ausländischen Abschlüssen. Zudem werde gerade an den Berufsbildenden Schulen der praktische Unterricht von Meistern oder Personen mit sonstigem beruflichen Abschlüssen erteilt.

So kommt es, dass bei den Einstellungen Krankenschwestern, Krankenpfleger, Trainer, Diplom-Ingenieure, Physiotherapeuten, aber auch Diplom-Übersetzer, Diplom-Musiker oder Diplom-Lehrer mit DDR-Staatsexamen, ein Facharzt für Laboratoriumsmedizin sowie staatlich geprüfte Kosmetikerinnen auftauchen.

Die Aufstellung enthält auch zehn Beschäftigte, bei denen die Qualifikation Freundschaftspionierleiter aufgeführt ist. Davon sind vier im Bereich der Bildungsagentur Chemnitz an Grundschulen beschäftigt, in zwei Fällen nur befristet. Sie verfügen auch über Lehrbefähigungen in Deutsch, Kunsterziehung, Musik oder Werken.

Im Bereich der Bildungsagentur Dresden sind vier Freundschaftspionierleiter befristet eingestellt, für die keine weitere Lehrbefähigung aufgeführt ist. Zwei Pionierleiter sind im Bereich der Bildungsagentur Zwickau eingestellt worden. Sie verfügen zudem über Qualifikationen als Lehrer für Geschichte oder Deutsch und Sport. Beide sind unbefristet angestellt. Alle Freundschaftspionierleiter sind an Grundschulen tätig.

Nach der Wende waren in Sachsen tausende Lehrer entlassen worden, auch weil der Freistaat Personal abbauen wollte. Dabei trennte sich das Land neben früheren Stasi-Spitzeln zunächst vor allem von Mitarbeitern aus DDR-Zeiten, die als "systemnah" galten. Neben höheren SED- und FDJ-Funktionären betraf dies auch Lehrer für Staatsbürgerkunde, Geschichte und Freundschaftspionierleiter. Die "Pioniere" waren die politische Kinderorganisation im sozialistischen Schulsystem der DDR.

Aufgrund steigender Schülerzahlen ist der Lehrerbedarf inzwischen in Sachsen wieder angewachsen. Das Land kann diesen - teilweise aufgrund eigener Versäumnisse in der Lehrerausbildung und Gewinnung - nicht mit aktuellen Absolventen decken.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.11.2013

Ingolf Pleil

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