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Kulturbüro Sachsen hält Rechtsextremismus für unterschätzt

Kulturbüro Sachsen hält Rechtsextremismus für unterschätzt

Das Kulturbüro Sachsen verlangt ein Umdenken beim Thema Rechtsextremismus und warnt vor einer Verharmlosung. „Die Politik muss das Problem ernster nehmen", sagte die Geschäftsführerin des Kulturbüros, Grit Hanneforth.

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Kulurbüro Sachsen verlangt Umdenken beim Thema Rechtsextremismus.

Quelle: dpa

In den vergangenen Jahren habe es in Deutschland eine ungute Verschiebung der Wahrnehmung gegeben. „Wenn man wie in Sachsen sagt, über Rechtsextremismus können wir nur reden, wenn wir uns auch den Gefahren des Linksextremismus widmen, dann ist das letztlich eine Verharmlosung der Gefahr von Rechts."

Hinzu komme, dass Rassismus und menschenfeindliche Einstellungen salonfähiger geworden seien. „Das bildet ein Stück weit den Nährboden für die Spitze des Eisberges, was wir unter dem Stichwort Rechtsterrorismus gerade jetzt sehen", sagte Hanneforth mit Blick auf die Neonazi-Mordserie. Mit den Debatten etwa über die Zuwanderung von Ausländern ausschließlich unter dem Aspekt der Nützlichkeit für die Wirtschaft oder über die Äußerungen von Thilo Sarrazin zur Integration habe es Tabubrüche gegeben. „Das kann man nicht so schnell zurückholen, da ist die Grenze des Erlaubten verschoben worden", sagte Hanneforth.

„Sorge bereitet uns auch, dass die Gefährdung der Bevölkerung in Sachsen aus Strukturen des „freien Netzes" in Mittelsachen, Geithain, Rochlitz, in Nordsachen nicht ausreichend zur Kenntnis genommen wird", schilderte Hanneforth Probleme aus Sachsen. Dieses „freie Netz" sei nicht nur eine Organisationsplattform für Neonazis. Unter diesem Dach fänden sich auch gewaltbereite und hochaggressive Kräfte. In Mittel- und Nordsachsen gebe es - gemessen an der Einwohnerzahl - die meisten Überfälle aus der rechten Szene auf Andersdenkende im Freistaat.

„Der Blick des Staates auf diese Netze ist offensichtlich nicht ausreichend", berichtete Hanneforth aus den Erfahrungen der mobilen Beratungsteams, die zum Kulturbüro gehören. Diese Teams betreuen am Ort Initiativen, Vereine und auch Kommunalpolitiker - teils über Jahre hinweg.

Zudem gebe es eine schweigende Mehrheit, betonte Hanneforth. Und es sei sehr schwierig, Menschen zu motivieren, sich dieser Problematik offensiv anzunehmen. Das treffe auch auf Bürger zu, die in politischer Verantwortung stehen. „Denn das ist ein Schmuddelthema. Das ist kein Thema, mit dem es sich gut durchs Land laufen lässt, um zu sagen: „Ich tue hier etwas!". Und man setzt sich, indem man sich aus der schweigenden Mehrheit heraushebt und sich positioniert, der Beobachtung und möglicherweise der Kritik aus." Nötig sei daher auch mehr Anerkennung der Gesellschaft für Menschen, die sich engagierten.

dpa

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