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Kriminalität: Immer mehr Tunesier werden straffällig

Statistik Kriminalität: Immer mehr Tunesier werden straffällig

Straffällig gewordene Flüchtlinge aus Nordafrika werden in Sachsen zunehmend zum Problem. Die mit Abstand größten Sorgen bereiten Tunesier, die von 700 Häftlingen mit ausländischer Nationalität allein 112 Gefangene stellen – eine Quote von 16 Prozent.

Quelle: dpa

Dresden. Straffällig gewordene Flüchtlinge aus Nordafrika werden in Sachsen zunehmend zum Problem. Die mit Abstand größten Sorgen bereiten Tunesier, die von 700 Häftlingen mit ausländischer Nationalität allein 112 Gefangene stellen – eine Quote von 16 Prozent. Damit haben sie mittlerweile auch die Polen als stärkste Gruppe „überholt“. Das geht aus einer aktuellen Statistik des Justizministeriums hervor, die der DNN vorliegt. Insgesamt sitzen 3500 Gefangene in Sachsens Haftanstalten, damit ist jeder fünfte Ausländer. Als Trend dabei klar erkennbar: Syrer, die derzeit die mit Abstand größte Gruppe von Asylbewerbern stellen, sind so gut wie unauffällig. Gerade einmal acht Häftlinge aus Syrien bevölkern derzeit die sächsischen Gefängnisse, und die Werte sind seit Jahren nahezu gleich.

Demgegenüber sind die Steigerungsraten bei den Tunesiern eklatant. Stammten vor fünf Jahren lediglich 13 Häftlinge aus diesem nordafrikanischen Land (2,7 Prozent), so ging es danach rapide bergauf. 2014 waren es 48, Anfang 2015 bereits 81. Angesichts dieser Entwicklung ist die Lage im Falle der weiteren, ebenfalls aus ­Nordafrika stammenden Häftlinge beinahe moderat. So sitzen derzeit 33 Libyer in Sachsens Haftanstalten sowie 27 Marokkaner und 25 Algerier. Bewegung ist im Falle der Polen zu verzeichnen. Das Nachbarland stellt mit aktuell 88 Strafgefangenen zwar immer noch die zweitgrößte Gruppe (12,5 Prozent), der Trend aber ist eindeutig: Bis 2014 sind die Werte noch rapide gestiegen, jetzt gehen sie erkennbar zurück. An dritter Stelle folgen Tschechen mit 85 Gefangenen (12,1 Prozent). Beachtlich sind ebenfalls Verschiebungen im Falle von Gefangenen mit vietnamesischer Staatsangehörigkeit, deren Anteil seit 2010 von über zehn Prozent auf 2,7 zurückgegangen ist.

Auch bei der Anzahl ausländischer Häftlinge insgesamt gab es Veränderungen. Hier klettern die Werte seit Jahren nach oben, sowohl prozentual wie in absoluten Zahlen. Stellten diese vor fünf Jahren noch rund 14 Prozent der Gesamtbelegung, so lag dieser Wert im Folgejahr bereits bei 15. Zwischen 2012 und 2014 stagnierte die Quote dann oberhalb von 16 Prozent, um auf 20 Prozent zu steigen. Vor 15 Jahren allerdings lag der Wert noch wesentlich höher – bei 26,5 Prozent.

Die Politik blickt dennoch mit Sorge auf die aktuelle Entwicklung. „Ich sehe die Gefahr, dass eine Gruppe von Intensivstraftätern mit ausländischer Nationalität alle Asylsuchenden im Freistaat in Misskredit bringt”, sagt der Innenexperte der CDU-Landtagsfraktion, Christian Hartmann. Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) sieht die Justiz vor großen Herausforderungen. Er sei sich aber sicher, dass dies gemeistert werden könne.

Von Jürgen Kochinke

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