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Krankenstand bei Sachsens Polizei steigt weiter an

Pro Tag fällt fast jeder zehnte Streifenbeamte aus Krankenstand bei Sachsens Polizei steigt weiter an

Jeden Tag fallen in Sachsen etwa tausend Polizisten wegen Krankheit aus – Tendenz steigend. Das ist das Ergebnis einer Kleinen Anfrage des Linken-Innenexperten Enrico Stange. Aus der Antwort von Innenminister Markus Ulbig (CDU) geht hervor: Die Ausfalltage aufgrund von Krankheit wachsen weiterhin deutlich an.

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Pro Tag fällt fast jeder zehnte Streifenbeamte aus

Quelle: Archiv

Dresden. Jeden Tag fallen in Sachsen etwa tausend Polizisten wegen Krankheit aus – Tendenz steigend. Das ist das Ergebnis einer Kleinen Anfrage des Linken-Innenexperten Enrico Stange. Aus der Antwort von Innenminister Markus Ulbig (CDU) geht hervor: Die Ausfalltage aufgrund von Krankheit wachsen weiterhin deutlich an.

So häuften die knapp 12 000 sogenannten Vollzugsbeamten 2014 bereits 334 700 Krankheitstage an, im vergangenen Jahr waren es schon 343 000. Im ersten Halbjahr 2016 versäumten Polizisten 174 854 Tage wegen Krankheit, das sind fast 10 000 Tage mehr als in den ersten sechs Monaten 2015. Damit wird voraussichtlich auch dieses Jahr die Zahl der Ausfalltage erheblich wachsen. Zum Vergleich: Jeder Polizist hat allein im ersten Halbjahr 2016 fast 15 Krankheitstage gesammelt – der sachsenweite Durchschnitt aller Arbeitnehmer liegt bei etwa 17 Tagen im Jahr.

Regional betrachtet, leiden vor allem die Polizeidirektionen (PD) Leipzig und Görlitz unter den Ausfällen: Hier wurden insgesamt 46 587 beziehungsweise 23 545 Krankheitsfälle registriert, was tägliche Ausfallquoten von gut zehn Prozent bedeutet. Zudem ist in den PD Leipzig und Dresden die Zahl der dauerhaft dienstunfähigen oder nur eingeschränkt einsetzbaren Polizisten besonders hoch: 399 beziehungsweise 321 Beamte fallen pro Tag aus oder müssen zumindest im Büro bleiben – das heißt, nahezu jeder siebente Polizist.

„Die Krankenstände sind nach wie vor besorgniserregend. Der Freistaat Sachsen verschleißt die Polizei“, kommentiert Stange die Statistik des Innenministeriums und fordert: „Sachsen muss sowohl für einen zügigen Personalaufwuchs bei der Polizei als auch für ein betriebliches Gesundheitsmanagement sorgen, dass seinen Namen wirklich verdient.“ Die von der Landesregierung beschlossenen Neueinstellungen würden bei Weitem nicht ausreichen, so der Linken-Innenpolitiker. Ähnlich äußert sich Valentin Lippmann, Parlamentarischer Geschäftsführer und Innenpolitiker der Grünen: „Der weiterhin hohe Krankenstand ist leider nicht verwunderlich. Die Beamten sind noch immer hohen Belastungen ausgesetzt, die auf zu wenig Schultern verteilt werden.“ Die Personalpolitik sei immer wieder auf Kosten der Gesundheit gemacht worden, moniert Lippmann, der 800 statt der bislang zugesagten 600 Neueinstellungen pro Jahr vorschlägt.

Die Alternative für Deutschland (AfD) antwortete auf eine entsprechende DNN-Anfrage nicht.

Von Andreas Debski

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