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Kommunen erben Vermögen - Zoos und Denkmäler profitieren

Testamente Kommunen erben Vermögen - Zoos und Denkmäler profitieren

Der Zoo, Tierheime, Denkmäler und soziale Einrichtungen profitieren am meisten, wenn Menschen im Testament ihre Heimatstadt bedenken. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, haben die größeren Städte in Sachsen in den vergangenen Jahren Hunderttausende oder gar mehrere Millionen Euro geerbt.

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Quelle: dpa

Dresden. Der Zoo, Tierheime, Denkmäler und soziale Einrichtungen profitieren am meisten, wenn Menschen im Testament ihre Heimatstadt bedenken. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, haben die größeren Städte in Sachsen in den vergangenen Jahren Hunderttausende oder gar mehrere Millionen Euro geerbt. Die Stadtverwaltungen achten darauf, dass der letzte Wille der Betreffenden genau eingehalten wird - und dass sich die Erbschaft auch lohnt.

Rund 200 Mal hat die Stadt Dresden seit 1990 geerbt und dabei insgesamt rund 6,6 Millionen Euro eingenommen. „Wir konnten den letzten Wünschen der Verstorbenen oft entsprechen und Gutes für Dresden tun“, sagt eine Sprecherin der Stadtverwaltung. So habe etwa im vergangenen Jahr ein Dresdner verfügt, dass die Stadt aus seinem Nachlass einen Brunnen errichten oder einen schon vorhandenen restaurieren soll. „Die Stadt wird mit dieser Auflage  verantwortungsvoll umgehen und dessen Wunsch für ein noch schöneres Dresden erfüllen“, so die Sprecherin.

Fast eine Million Euro hat eine Arztwitwe 2005 der Stadt vermacht. Das Geld habe geholfen, viele Denkmäler zu restaurieren oder neu zu errichten. Dazu gehören die Bildnisse von König Friedrich August I. und des ehemaligen Kreuzkantors Julius Otto sowie die Brunnen und Skulpturen im Blüherpark oder der Neptunbrunnen im Park des Friedrichstädter Krankenhauses, einem ehemaligen Palais. 2014 hatte eine Bürgerin der Stadt 200 000 Euro vererbt, die je zur Hälfte für behinderte Kinder und das städtische Tierheim bestimmt waren.

„Es sind nicht immer große Nachlässe mit viel Vermögen, die die Stadt erbt“, berichtet die Sprecherin. Oft sei die Hinterlassenschaft auch geringer. Jeder Fall werde individuell bearbeitet. Dies reiche von der gewünschten Beisetzung über die Wohnungsauflösung mit Verkauf des Nachlasses oder der Weitergabe von Gegenständen an Bedürftige bis hin zur Erfüllung des letzten Willens. Schilder etwa am Dresdner Tierheim oder am Julius-Otto-Denkmal vor der Kreuzkirche erinnern an den Geldgeber.

Die Stadt Leipzig hat seit der Wiedervereinigung 2005 Erbschaften gemacht. „In der Regel sind es Einzelpersonen, die aus Dankbarkeit oder einer besonderen Verbundenheit zu einer Einrichtung der Stadt diese mit einem Vermächtnis bedacht haben“, sagt der Leiter des Rechtsamtes, Dirk Müller. Angaben zur Summe der Spenden- oder Erbschaften kann er nicht machen. Es gebe keine Gesamtübersicht.

In den ersten Jahren nach 1990 waren nach seinen Angaben auch Hausgrundstücke unter den Nachlässen oder auch mal ein wertvoller Kunstgegenstand wie ein Bild. Damals seien vor allem der Zoo und soziale Einrichtungen der Stadt bedacht worden. Inzwischen sei der Zoo eine GmbH und soziale Einrichtungen seien teilweise privatisiert. „Diese haben ihre eigenen Fördervereine und kümmern sich selbst um Spenden und Erbschaften.“

In den vergangenen zehn Jahre seien bestimmte Einrichtungen wie etwa Alten- und Pflegeheime, die Behinderten- oder auch Jugendhilfe sowie das städtische Tierheim oft direkt bedacht worden. Zudem gebe es die Leipzig-Stiftung. „Jetzt erhält die Stadt so kaum noch nennenswerte Erbschaften mehr“, erklärte Müller.

Rund 612 000 Euro hat die Stadt Chemnitz seit 1990 aus Erbschaften erhalten, 102 000 Euro davon seit 2010. Häufig profitiere der Tierpark, sagt Stadtkämmerer Sven Schulze (SPD). Wenn bei einem Erbe nach einer Schätzung die Verbindlichkeiten das Vermögen übersteige, werde es ausgeschlagen.

Die Stadt Zwickau hat nach eigenen Angaben von 2002 bis 2010 sechs Erbschaften gemacht. Dabei habe es sich in der Regel um Sparguthaben, Grundstücke oder auch Sachvermögen wie etwa eine Modellbahnanlage gehandelt.

Meist hätten die Betreffenden den Verwendungszweck testamentarisch verfügt: teilweise allgemein für kulturelle, wohltätige oder gemeinnützige Zwecke, bisweilen aber auch sehr konkret wie das Aufstellen zweier Sitzbänke vorm Theater. Bei einer Erbschaft würden Vermögen und Verbindlichkeiten geprüft, um gegebenenfalls auch ein Erbe ausschlagen zu können, hieß es.

dpa

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