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Köpping: Gefahr von Parallelgesellschaften in Sachsen geringer

Migration Köpping: Gefahr von Parallelgesellschaften in Sachsen geringer

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) hält das Risiko von Parallelgesellschaften im Freistaat für eher gering. „Je besser Flüchtlinge bei uns integriert werden, desto geringer ist die Gefahr, dass sie eigene geschlossene Gesellschaften bilden“, sagte die Politikerin.

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) sprach im Dezember 2015 anlässlich des Beginns der ersten «Wegweiserkurses» des sächsischen Integrationsministeriums für Asylbewerber zu den Flüchtlingen aus Afghanistan und Iran (Archivbild).

Quelle: dpa

Dresden. Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) hält das Risiko von Parallelgesellschaften im Freistaat für eher gering. „Je besser Flüchtlinge bei uns integriert werden, desto geringer ist die Gefahr, dass sie eigene geschlossene Gesellschaften bilden“, sagte die Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Etwa 70 Prozent der Flüchtlinge würden nach der Erstaufnahme dezentral in Wohnungen untergebracht: „Damit können keine Ghettos entstehen.“ In den Kommunen verteile man die Betroffenen oft auf verschiedene Häuser. „Die Bürgermeister sind klug und clever und kennen ihr Stadtgefüge. Die wollen die Bevölkerung gut durchmischen.“

Köpping zog eine Bilanz zu den „Wegweiser“-Kursen, die Sachsen unabhängig vom Bundesamt für Migration (BAMF) seit November 2015 anbietet. Noch bis Juni läuft ein Pilotprojekt in sechs Erstaufnahme-Quartieren, danach sollen die Kurse in allen Einrichtungen angeboten werden. Binnen 30 Stunden werden den Flüchtlingen Grundlagen des Zusammenlebens in Deutschland, praktische Alltagsprobleme und erste Sprachkenntnisse vermittelt. Das Konzept für die Kurse entstand gemeinsam mit Volkshochschulen in Sachsen. Unterrichtet wird in deutscher Sprache - von Dolmetschern unterstützt. Die Teilnehmer bekommen auch eine Übersetzung des deutschen Grundgesetzes in ihrer Heimatsprache.

Nach den Worten Köppings hat Sachsen mit den Kursen bisher gute Erfahrungen gemacht: „Wir brauchen aber nahtlose Übergänge. Wer den Wegweiserkurs absolviert hat und eine gute Bleibeperspektive besitzt, muss sofort in einen Integrationskurs wechseln können.“ Diese wiederum müssten in berufsvorbereitende Kurse münden. „Wir brauchen einen lückenlosen Anschluss. Die Menschen müssen schnell in eine Ausbildung oder Arbeit kommen“, sagte die Ministerin. Nicht für alle Jobs benötige man einen Hochschulabschluss. Aktuell würden 5000 Menschen in Sachsen einen Integrationskurs absolvieren. Insgesamt warteten aber rund 80 000 auf ein solches Angebot - zum Teil schon seit Jahren.

Köpping zufolge erbringen die Wegweiserkurse den Beweis dafür, wie viele Klischees über Flüchtlinge falsch sind. So sei nach wie vor die Meinung verbreitet, dass sich muslimische Männer nicht von Frauen unterrichten lassen wollen. „Wir haben da ganz andere Erfahrungen gemacht. Natürlich gehen die Männer zu diesen Kursen.“ Auch das Vorurteil, Muslime würden ihren Frauen solche Angebote untersagen, sei falsch. Die Unkenntnis über kulturelle Traditionen in Deutschland verschwinde rasch. Köpping berichtete von jungen Syrern, die schon nach fünf Monaten sehr gut Deutsch sprechen und sich ehrenamtlich engagieren: „Deshalb ist unser Weg richtig, schon in der Erstaufnahme auf Integration zu setzen.“

dpa

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