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Kirchen in Mitteldeutschland müssen den Gürtel enger schnallen

Finanzen Kirchen in Mitteldeutschland müssen den Gürtel enger schnallen

Im Lutherjahr zeichnet sich für die evangelische Kirche in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt eine schwieriger werdende finanzielle Lage ab. Die katholische Kirche muss bereits jetzt den Gürtel enger schnallen. Die Steuereinnahmen werden im kommenden Jahrzehnt um rund ein Drittel sinken.

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Quelle: dpa

Dresden.  Im Lutherjahr zeichnet sich für die evangelische Kirche in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt eine schwieriger werdende finanzielle Lage ab. Die katholische Kirche muss bereits jetzt den Gürtel enger schnallen. Die Steuereinnahmen der beiden großen Religionsgemeinschaften in Mitteldeutschland werden im kommenden Jahrzehnt um rund ein Drittel sinken.

Dabei hat die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens in diesem Jahr erstmals seit 1990 einen ausgeglichenen Haushalt und nach Jahren des Sparens so viel Geld wie noch nie – knapp 210 Millionen Euro. Derzeit profitiert sie nicht nur von einer Umlage, mit der reichere Landeskirchen ärmere unterstützen sowie von staatlichen Zuwendungen. Auch bei der Kirchensteuer werden bis Jahresende 107 Millionen Euro erwartet – ein Anstieg von über fünf Prozent. „Wir haben bisher davon profitiert, dass die Konjunktur gut und lange gelaufen ist“, erklärte Sprecher Matthias Oelke. „Aber dieser Trend ist nicht von Dauer.“ Bereits seit Jahren geht die Mitgliederzahl – ebenso wie bei den Katholiken – in Sachsen zurück, und das nicht nur durch Austritte. Der demografische Wandel sei von Jahr zu Jahr spürbarer, so Oelke. Zum Geburtenknick in den frühen 1990er-Jahren, der sich derzeit bei den Berufseinsteigern auswirke, komme eine anhaltende Abwanderung in andere Bundesländer und das hohe Durchschnittsalter.

„Es werden vor allem finanzstarke Steuerzahler der heute 50- bis 60-Jährigen durch den Eintritt ins Rentenalter herauswachsen“, schätzt auch Finanzdezernent Stefan Große von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ein. Von Menschen dieser Altersgruppe kämen mehr als 30 Prozent der Kirchensteuereinnahmen. Die EKM, zu der weite Teile Thüringens und Sachsen-Anhalts, aber auch Gemeinden im Norden Sachsens und in Brandenburg zählen, erwartet für 2016 Kirchensteuereinnahmen auf dem Niveau der Vorjahre, 2015 waren es rund 96 Millionen Euro.

Bei den Katholiken gab es bundesweit im vergangenen Jahr noch einen leichten Anstieg bei den Steuereinnahmen, im Bistum Dresden-Meißen jedoch bereits einen Abwärtstrend: 26,6 Millionen Euro wurden 2015 eingenommen, fast vier Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor.

„Wenn wir unsere Strukturen so lassen wie bisher, werden wir es schwer haben, unsere Haushalte auszugleichen“, warnte Sprecher Oelke von der Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens. Ab nächstem Jahr sei mit weniger Pfarrstellen und größeren Kirchenbezirken zu rechnen – vor allem auf dem Lande. Gleichzeitig seien erhöhte Ausgaben für Inflation, Energie, fehlende Zinsen und Lohnsteigerungen zu bewältigen.

Von Winfried Mahr und Sebastian Haak

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