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Katzen und Hunden weiter beliebt - Aber im Sommer volle Tierheime

Haustiere Katzen und Hunden weiter beliebt - Aber im Sommer volle Tierheime

Die Liebe zu Hund und Katze in den eigenen vier Wänden ist bei den Menschen ungebrochen. Diese würden als treue Begleiter geschätzt, heißt es beim Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe in Wiesbaden. Sie trügen zur „emotionalen Stabilität“ in einer Welt bei, die zunehmend als rau und unpersönlich empfunden werde.

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Quelle: dpa

Dresden. Die Liebe zu Hund und Katze in den eigenen vier Wänden ist bei den Menschen ungebrochen. Diese würden als treue Begleiter geschätzt, heißt es beim Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe in Wiesbaden. Sie trügen zur „emotionalen Stabilität“ in einer Welt bei, die zunehmend als rau und unpersönlich empfunden werde. Der Tierschutzbund Deutschland in Bonn beklagt jedoch, dass sich viele Haustiere während der Urlaubszeit in Tierheimen wiederfänden. Dem widersprechen aber Erfahrungen sächsischer Tierasyle. In der Urlaubszeit würden nicht vermehrt Tiere ausgesetzt, heißt es dort, wie eine dpa-Umfrage ergab.

Die Katze ist nach Angaben des Zentralverbandes das nach wie vor beliebteste Haustier der Deutschen. In mehr als 22 Prozent aller Haushalte seien insgesamt 12,9 Millionen Katzen zu Hause. Auf den weiteren Plätzen folgen 7,9 Millionen Hunde sowie 5,1 Millionen Kleinsäuger. Unter den Kleinsäugern ist das Zwergkaninchen besonders beliebt. Unter den 4,2 Millionen Ziervögeln sind die Wellensittiche besonders häufig. Zierfische leben in 2 Millionen Aquarien und 1,6 Millionen Gartenteichen. Zudem werden in etwa 700 000 Terrarien Tiere gehalten. Die Zootier-Branche hat laut Verband im vergangenen Jahr 4,1 Milliarden Euro umgesetzt - 2,2 Prozent mehr als 2014.

In den bundesweit mehr als 550 dem Tierschutzbund angeschlossenen Tierheimen werden nach dessen Angaben jährlich bis zu 300 000 Tiere betreut. „Eine traurige Hochsaison ist dabei erfahrungsgemäß die Ferienzeit“, sagt Sprecherin Lea Schmitz. „Die Tierheime geraten dabei jedes Jahr an ihre Kapazitätsgrenzen.“ Während der Sommermonate kämen geschätzt jährlich rund 70 000 Tiere hinzu, viele davon seien ausgesetzt worden. Hunde und Katzen seien am meisten betroffen, aber auch Kleintiere und sogenannte Exoten. Der Tierschutzbund appelliere an alle Tierfreunde, bei der Urlaubsplanung rechtzeitig an eine geeignete Betreuung zu denken.

Die Dresdner Amtsleiterin Kerstin Normann sieht hingegen keinen Zusammenhang zwischen der Ferienzeit und der Zahl der Haustiere, die ins städtische Tierheim gebracht werden. Zwar komme es vor, dass die Kapazitäten mal „mehr als erschöpft“ seien. Aber wann das der Fall sei - dafür gebe es keine Regeln. „Jedenfalls war das bisher nie zu Weihnachten oder in der Urlaubszeit der Fall“, sagt sie. Aber: „Es ist schon ein Phänomen, dass besonders viele Katzen im Heim ankommen, wenn die Welpen neue Besitzer suchen.“ Da habe der Katzen-Bestand an manchen Tagen bei 150 Prozent gelegen.

Für die vielen Tiere, die während der Urlaubszeit das Heim bevölkern, hat Normann eine andere Erklärung: „Es werden weniger Tiere vermittelt. Viele Interessenten fahren erst einmal in den Urlaub, um nach der Rückkehr ein Tier zu übernehmen.“

Die Vermittlung von Tieren laufe nicht schlecht, sagt Normann. Ein Problem sei, immer geeignete Hundehalter zu finden, vor allem für als gefährlich eingestufte Tiere - Kampfhunde oder verhaltensauffällige Tiere. Da sei kaum jemand bereit, das erforderliche Erlaubnisverfahren beim Ordnungsamt zu durchlaufen. „Diese Hunde belegen mittlerweile ein Drittel aller Hundeplätze.“

Die Zahl der Tiere im Dresdner Tierheim geht laut Statistik seit vier Jahren zurück. 2015 kamen 1081 Tiere, darunter 307 Hunde und 420 Katzen. 2014 waren es noch 1260 Tiere, im Jahr davor 1408.

Die stellvertretende Vorsitzende des Chemnitzer Vereins „Tiere in Not“, Denise Putsche, bestätigt die Erfahrungen ihrer Dresdner Kollegin. Der Verein betreibt das Chemnitzer Tierasyl mit jährlich etwa 490 bis 520 Katzen sowie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamstern und Mäusen. „Im Sommer ist ein Hoch, weil weniger Tier vermittelt werden - nicht weil die Leute ihre Tiere aussetzen“, sagt sie. Da sei es fast häufiger, das Menschen bei einem Wohungsumzug ihren Vierbeiner einfach zurückließen.

Das Sozialministerium hat den rund 30 Tierheimen in Sachsen in den Jahren 2015 und 2016 je 280 000 Euro an Sachkosten und 300 000 Euro für Investitionen zugeschossen. Putsche zufolge finanziert sich das Tierasyl dennoch vor allem aus Spenden.

dpa

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