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Jenaer Jugendpfarrer Lothar König wirft sächsischen Behörden Diffamierung vor

Jenaer Jugendpfarrer Lothar König wirft sächsischen Behörden Diffamierung vor

Dresden. Der Jenaer Jugendpfarrer Lothar König bleibt ein scharfer Kritiker der sächsischen Justiz. König warf den Behörden am Dienstag vor, Demonstranten gegen die Neonazi-Aufmärsche vom Februar in Dresden zu „diffamieren, isolieren und kriminalisieren".

Deutsche Presse-Agentur dpa

Das erinnere ihn an die Vorgehensweise der Stasi zu DDR-Zeiten, auch wenn man beides nicht vergleichen könne. „Sie wollen den Widerstand gegen Nazi-Proteste brechen", hielt König den Ermittlern vor. Die Dresdner Staatsanwaltschaft hat den Geistlichen auch wegen aufwieglerischen Landfriedensbruchs im Visier. König bestreitet, bei den Protesten am 19. Februar 2011 zu Gewalt gegen Polizisten angestachelt zu haben.

König war am Dienstag auf einer öffentlichen Fraktionssitzung der Linken im sächsischen Landtag zu Gast. Neben Königs Tochter Katharina - Landtagsabgeordnete der Grünen in Thüringen - erschien auch seine Anwältin Kristin Pietrzyk. Zu Beginn wurde zunächst ein Beitrag der ZDF-Fernsehsendung „Frontal 21" über den Fall König gezeigt. In einer Szene forderte eine Stimme per Lautsprecher Demonstranten zum Weitergehen auf. Polizisten sind da noch etwa 100 Meter entfernt und befinden sich nur in loser Formation auf der Straße. König macht in dem Beitrag geltend, dass die Demonstranten Angst vor der Polizei hatten und er ihnen diese Angst nehmen wollte.

700 Seiten Ermittlungsakten mit vielen Unwichtigkeiten

Der Staatsrechtler Martin Kutscha kommentierte das Geschehen und empfand, dass der Pfarrer „eher mäßigend" auf die Demonstranten einwirkt. In einer anderen Szene ist die Stimme des Pfarrers zu vernehmen, wie er der Polizei einen friedlichen und gewaltfreien Protest zusichert. König wertete sein Handeln am Dienstag auch rückblickend als „deeskalierend". In 700 Seiten Ermittlungsakten gegen ihn seien viele unwichtige Sachen enthalten. „Ich glaube nicht, dass ein Staatsanwalt daraus eine Anklage bauen kann." Die Dresdner Staatsanwaltschaft teilte auf Anfrage mit, die Ermittlungen noch im Oktober abschließen zu wollen.

Ermittlungen gegen König wegen „Bildung einer kriminellen Vereinigung" wurden schon im August vorläufig eingestellt. Polizisten aus Sachsen hatten am 10. August die Wohnung Königs durchsucht und neben einem Lautsprecherwagen auch den Computer und Schriftstücke des Pfarrers beschlagnahmt. König selbst war zu diesem Zeitpunkt im Urlaub. Die Razzia löste auch in Kirchenkreisen Kritik und Unmut aus. Zunächst gab es widersprüchliche Angaben, ob die Behörden in Thüringen über die Aktion informiert waren. Anderslautende Äußerungen wies Sachsens Regierung zurück. Thüringens Landesregierung sah keinen Grund zu offizieller Kritik am Vorgehen der sächsischen Ermittler.

dpa

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