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Interview mit Sylvia Müller, Beauftragte für Menschen mit Behinderung der Stadt Dresden

Interview mit Sylvia Müller, Beauftragte für Menschen mit Behinderung der Stadt Dresden

In enger Zusammenarbeit mit Behindertenverbänden bündelt die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen vielseitige Probleme der in Dresden lebenden Menschen mit Behinderung, leitet daraus politische Ziele ab und nimmt Einfluss auf kommunale Entscheidungen z.

Welche Aufgaben gehören in Ihr Ressort?

B. zur Stadtgestaltung und -entwicklung, insbesondere in den Bereichen Bildung, Wohnen und Wohnumfeld, Arbeit, Freizeit, Sport und Kultur. Schwerpunkt meiner Arbeit in den letzten vier Jahren war zum Beispiel ganz konkret die Initiierung und zentrale Mitarbeit am ersten Aktionsplan zur Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention in Dresden. Dieses Konzept wird in den kommenden Jahren für Menschen mit Behinderungen viele Verbesserungen bringen - in der Bildung, Wohnen, Freizeit, Gesundheit und Pflege bis hin zur Barrierefreiheit und Mobilität.

Darüber hinaus unterstütze ich die Bürger, ihr Anliegen in der Verwaltung vorzutragen und auf kurzem Wege den Kontakt zu den Fachämtern herzustellen. Außerdem steht mein Ressort Menschen mit Behinderungen mit Rat und Tat zur Seite zu Fragen des barrierefreien Bauens oder Fragen zur Alltagsbewältigung.

Im Moment arbeite ich an meinem Tätigkeitsbericht über die Jahre 2012/13. Er wird nach der Sommerpause veröffentlicht und den neuen Stadtrat umgehend zu den offenen Fragen und besonders brisanten Fragen informieren. Damit erhalten sie von meiner Seite gleich eine wichtige Arbeitsgrundlage für ihre politischen Entscheidungen im Stadtrat.

Mit welchen Problemen haben die Menschen mit Behinderungen zu kämpfen?

Es gibt zwei wichtige Themenfelder, wo es die meisten Sorgen und Nöte gibt: die Bereiche Arbeit und Wohnen. Menschen mit einem Handicap brauchen in Dresden dringend mehr bezahlbare, barrierefreie Wohnungen. Es gibt einen großen Bedarf an Wohnraum, es scheitert aber zum Teil an der Unkenntnis der Bauherren, die Wohnungen behindertengerecht zu bauen. Hier kann ich gern Hinweise geben.

Sehr schwierig für Menschen mit einer Behinderung ist es auch, eine Arbeit zu finden. Viele Arbeitgeber reagieren zurückhaltend und mit Ressentiments auf Bewerber. Es gibt Berührungsängste und die Angst der Chefs davor, einen Behinderten, der einmal eingestellt wurde, selbst bei schlechter Arbeit nicht mehr kündigen zu können. Dabei sind gerade viele gehandicapt Menschen sehr engagiert und am richtigen Arbeitsplatz wichtige Mitstreiter für ein gutes Ergebnis.

Wirkt sich diese schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt auf die finanzielle Situation aus?

Es muß in Zukunft gelingen, jungen Leuten mit Behinderungen eine bessere Schulbildung und Ausbildung zu sichern als bisher. Es kann nicht sein, dass 75 Prozent der Förderschüler ihre Förderschule ohne einen Hauptschulabschluss verlassen! Welche Arbeit sollen sie mal finden!? Ein möglichst guter Bildungsabschluss schafft die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben, sichert der Wirtschaft die notwendigen guten Arbeitskräfte und entlastet die Sozialsysteme. Im Moment sind Menschen mit Behinderung dort noch nicht gut gestellt. Sie haben ständig ein Antragsunwesen zu bewältigen, durchschnittlich ein niedrigeres Einkommen und müssen davon einen großen Teil für Gesundheitskosten ausgeben bzw. haben nicht genug Geld für notwendige Behandlungen, die sie brauchen, aber nicht verschrieben bekommen.

Julia Vollmer

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