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In Sachsens Wäldern ist es brandgefährlich

In Sachsens Wäldern ist es brandgefährlich

Knackig trocken ist es schon lange - jetzt wird es richtig heiß. Und damit brandgefährlich: Die Quecksilbersäule soll morgen in Sachsen auf bis zu 34 Grad im Schatten klettern.

Leipzig/Dresden.

Damit steigt auch das Waldbrandrisiko auf Rekordwerte. In Teilen Nordsachsens und dem nördlichen Kreis Görlitz gilt bereits heute die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5, morgen wird sie auch für den Landkreis Meißen erwartet (siehe Karte). "Das Betreten und Befahren der Dübener Heide, der Annaburger Heide und großer Teile der Dahlener Heide ist damit untersagt", mahnt Frieder Voigt von der Unteren Forstbehörde Nordsachsen.

In den Kiefernwäldern Nordsachsens hat es in diesem Jahr schon fünfmal gebrannt, "das ist mehr als im gesamten Vorjahr", betont Voigt. Erst am Mittwochabend gegen 19 Uhr standen im Tiglitzer Forst bei Bad Düben 5000 Quadratmeter Kiefernwald in Flammen, die von der Feuerwehr nach stundenlangen Löscharbeiten unter Kontrolle gebracht wurden. Was den Brand auf dem Truppenübungsplatz der Bundespolizei verursacht hat, ist bislang nicht bekannt.

Bei Verstößen drohen Strafen

Auch in den meisten anderen sächsischen Landkreisen ist das Risiko sehr hoch. Für die drei Großstädte sowie die Kreise Bautzen, Leipzig, Mittelsachsen, Zwickau und die Sächsische Schweiz gilt Gefährdungsstufe 4 - Waldwege dürfen zwar noch benutzt, aber nicht mehr verlassen werden.

"Mit den hohen Temperaturen, ohne Niederschläge und Tau sowie durch direkte Sonneneinstrahlung steigt die Waldbrandgefahr", erklärt der Sprecher des Staatsbetriebes Sachsenforst, Sebastian Förster. Der Wind der vergangenen Tage habe ein Übriges zur Austrocknung der Böden beigetragen. "Der kleinste Funken kann einen verheerenden Brand auslösen." Weggeworfene Flaschen oder Scherben stellten ebenso ein Risiko dar wie Lagerfeuer, das wie das Rauchen generell in Sachsens Wäldern verboten ist. Bei Missachtung drohen hohe Bußgelder.

Immer wieder würden trotz höchster Alarmwarnungen und äußerst zündbereiten Nadelteppichs Leute mit Zigaretten, glühend heißen Auspuffanlagen oder beim Grillen im Wald erwischt. "In Fällen von demonstrativem Unverstand haben wir 2014 über hundert Ordnungswidrigkeiten geahndet", sagt Voigt und versichert, dass an kritischen Tagen wie den kommenden beiden intensiver kontrolliert werde als üblich.

Die nördlichen Landkreise Nordsachsen, Meißen, Bautzen und Görlitz sind bei Hitze und Trockenheit besonders gefährdet, da es dort wärmer und trockener ist als im Gebirge. Zudem sind die Böden sandiger, sodass sich Feuchtigkeit kaum hält. Laut Förster ist für dieses Jahr schon ein Niederschlagsdefizit absehbar. "Die Pflanzen im Wald, die permanent Wasser brauchen, stehen unter Trockenstress."

Hoffnung auf Regen gibt es in den nächsten Tagen kaum. "Es ist höchstens ein kleiner Schauer möglich", sagte Meteorologe Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig. "Es wird am Freitag sehr sommerlich und heiß, örtlich können die 30 Grad geknackt werden", prognostiziert Engelmann. Samstag sind sogar 33 Grad möglich - von Westen her ziehen aber auch kräftige Gewitter heran. "Danach bleibt es warm, sommerlich und in der Regel auch trocken bei 20 bis 25 Grad."

Automatische Früherkennung

Um Brände möglichst schnell erkennen und bekämpfen zu können, wurden die einstigen Wächter auf den Aussichts- türmen durch 17 hochauflösende Kameras ersetzt. Fünf solcher Sensoren überwachen seit etwa neun Jahren nordsächsische Waldgebiete, die Bilder laufen in der Zentrale des automatischen Waldbrand-Früherkennungssystems in Eilenburg zusammen. "Bei Warnungen handelt es sich aber nicht in jedem Falle um Rauch", weist Voigt auf die Tücken der Auswertung hin. "Das kann auch mal die Staubwolke eines Geländewagens, eines Traktors oder einfach eine dahinziehende Wolke sein."

Dennoch scheint sich der Aufwand zu lohnen: Bei den vier Waldbränden vom Vorjahr brannte insgesamt nur ein Viertel Hektar. Nun hoffen Waldbesitzer und Forstleute, dass es auch in diesem Sommer möglichst glimpflich abgeht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.06.2015

Winfried Mahr

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