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Im Hohwald bei Neustadt sind erstmals Wölfe nachgewiesen worden

Im Hohwald bei Neustadt sind erstmals Wölfe nachgewiesen worden

Nachdem es in den letzten Monaten im Gebiet um den Hohwald (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Bautzen) wiederholt Hinweise auf die Anwesenheit eines Wolfes gab, konnte diese Vermutung Mitte Oktober durch Bilder einer Fotofalle (automatisch auslösende Kamera) bestätigt werden.

Dresden . Das teilte das Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" gestern mit.

Noch könne nicht abschließend eingeschätzt werden, ob das Tier dauerhaft sesshaft geworden ist. Grundsätzlich müsse aber von einer dauerhaften Etablierung mindestens eines Wolfes in der Region ausgegangen werden. Sollten sich neue Erkenntnisse durch die Beobachtung ergeben, würden diese zeitnah bekanntgegeben.

Schaf- und Ziegenhalter in der Region sollten besonders auf die Sicherheit ihrer Umzäunungen achten, erklärte das Kontaktbüro. Üblicherweise bietet ein handelsüblicher Elektrozaun (z.B. Flexinetzzaun) einen effektiven Schutz gegen Wolfsangriffe auf Nutztiere. Auch der Einsatz von Litzenzäunen mit mindestens fünf Litzen könne Wolfsübergriffe verhindern, hieß es. Wichtig sei, dass die Umzäunung an allen Seiten geschlossen ist und ausreichend Spannung auf dem Zaun liegt. Wassergräben und andere natürliche Begrenzungen stellten für Wölfe kein Hindernis dar. Bei Festkoppeln (stationäre Holz- oder Maschendrahtzäune) sei vor allem ein fester Bodenabschluss wichtig.

Nutztierhalter sollten ihre Zäune regelmäßig auf Durchschlupfmöglichkeiten kontrollieren und diese zeitnah verschließen. Die Einhaltung des Mindestschutzes ist im Falle eines Wolfsübergriffs die Voraussetzung für eine Ausgleichszahlung durch den Freistaat Sachsen. Sicherungsmaßnahmen von Schaf- oder Ziegenhaltern fördert der Freistaat.

Seit 1996 ist in Sachsen die schrittweise Rückkehr des Wolfes zu beobachten. Inzwischen sind in Sachsen sieben Wolfsrudel bekannt, eins davon in der Königsbrücker Heide. Alle Rudel haben vermutlich in diesem Jahr auch Nachwuchs aufgezogen.

Nach langem Streit hatte der Freistaat kürzlich den streng geschützten Wolf ins sächsische Jagdgesetz aufgenommen, allerdings nicht, um seinen Abschuss zu ermöglichen, sondern die Jäger in den Schutz und die Beobachtung (Monitoring) der Tiere einzubeziehen.

In der Diskussion wird vielfach mit diffusen Ängsten operiert. Die Wolfsexperten in der Lausitz sehen jedoch keine Gefahr für Erwachsene oder Kinder. Bei einer Begegnung ziehe sich der Wolf meist "gelassen und bedacht" zurück. Meist würden Wölfe den Menschen frühzeitig bemerken und ihm aus dem Weg gehen. Bereiche ihres Streifgebietes, in denen tagsüber viele Menschen anzutreffen seien, würden vor allem in der Nacht frequentiert. Im Schutze der Dunkelheit liefen sie auch unmittelbar an bewohnten Häusern vorbei, so wie Rehe und Füchse auch.

Der Mensch zähle bekanntermaßen nicht zur natürlichen Beute von Wölfen. Viele Menschen befürchteten, dass sich das ändern könnte, wenn Wölfe sehr ausgehungert sind und keine natürlichen Beutetiere mehr finden. Diese Befürchtung ist unbegründet, heißt es beim Wolfsbüro.

Ingolf Pleil

Wolfshinweise - Sichtungen, Riss- und Kotfunde - können an die Landratsämter des jeweiligen Landkreises oder an das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz (Tel. 035772 46762) oder das Wildbiologische Büro LUPUS (Tel. 035727 57762) gemeldet werden.

Öffentliche Diskussion in Neustadt

Das Landratsamt Sächsische Schweiz -Osterzgebirge und das sächsische Wolfsmanagement laden am Mittwoch, 7. November, 18 Uhr, zu einer Informationsveranstaltung für Tierhalter und Bürger zum Thema "Wolf" in die Friedrich-Schiller Mittelschule (Rosa-Luxemburgstraße 11) in Neustadt in Sachsen ein. Zunächst wird das Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" in einem Vortrag zum Thema "Wölfe in Sachsen" über die Ergebnisse der Wolfsforschung, die Biologie und die Lebensweise der Tiere informieren. Im Anschluss wird Andre Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst die Herdenschutzmaßnahmen und die Fördermöglichkeiten für Tierhalter vorstellen. In der folgenden Podiumsdiskussion stehen Vertreter des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbands, des SMUL und des Landratsamts für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen zum Zuhören und Diskutieren. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos. DNN

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.10.2012

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