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Hilfe für Eltern suchtkranker Kinder

Suchtberatung in Sachsen Hilfe für Eltern suchtkranker Kinder

Eltern suchtkranker Kinder brauchen aus Sicht der Sächsischen Landesstelle gegen Suchtgefahren mehr Hilfe. „Wir müssen mehr für diese Menschen tun“, sagte Geschäftsstellenleiter Olaf Rilke in Dresden. Vieles habe sich in den vergangenen Jahren verbessert. Das sei aber nicht ausreichend. Denn für Eltern sei es seelisch unglaublich belastend zu erleben, wie ihr drogenabhängiges Kind in der Persönlichkeitsentwicklung immer mehr zurückbleibe.

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Eltern suchtkranker Kinder brauchen aus Sicht der Sächsischen Landesstelle gegen Suchtgefahren mehr Hilfe.

Quelle: Symbolfoto

Dresden. Eltern suchtkranker Kinder brauchen aus Sicht der Sächsischen Landesstelle gegen Suchtgefahren mehr Hilfe. „Wir müssen mehr für diese Menschen tun“, sagte Geschäftsstellenleiter Olaf Rilke in Dresden. Vieles habe sich in den vergangenen Jahren verbessert. Das sei aber nicht ausreichend. Denn für Eltern sei es seelisch unglaublich belastend zu erleben, wie ihr drogenabhängiges Kind in der Persönlichkeitsentwicklung immer mehr zurückbleibe. „Ein Fall für das Gesundheitssystem werden Eltern aber erst, wenn sie deswegen erkranken“, sagte Rilke.

2015 kamen rund 600 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre in die Suchtberatungsstellen Sachsens. Rund in jedem dritten Fall ging es um die Synthetikdroge Chrystal Meth. „Die Droge ist illegal, und das macht sie für Jugendliche interessant. Und sie ist in der Regel verfügbar“, sagt Rilke. Gemessen an der Gesamtzahl der Crystalfälle in den Beratungsstellen machten Teenager jedoch lediglich vier bis fünf Prozent aus. Die meisten Abhängigen seien zwischen 20 und 30 Jahren alt.

Wie viele Kinder in Sachsen süchtig sind, lässt sich laut Gesundheitsministerium nicht genau sagen. Im Durchschnitt konsumierten Kinder und Jugendliche im Freistaat mit 14 Jahren zum ersten Mal Alkohol, hieß es. Der Einstieg bei Rauschgift – meist Cannabis – liegt bei rund 15 Jahren.

Laut Statistik wurden 2014 insgesamt 107 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis unter 15 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung in einem sächsischen Krankenhaus behandelt. Vier Jahre zuvor waren es noch 160. Die Zahl ist seither in jedem Jahr weiter zurückgegangen.

Für die Eltern suchtkranker Kinder gibt es laut Landesstelle aktuell drei Selbsthilfegruppen in Dresden, Bautzen und Chemnitz. Zumeist kämen Eltern von crystalabhängigen Kindern, berichtet Dörte Döring von der Dresdner Gruppe „Anker“. Viele kämen von weit her. Oft schämten sie sich. Sie müssten ansehen, wie andere Kinder eine Ausbildung machten oder studierten, während das eigene wegen der Sucht zurückbleibe, manchmal kriminell werde oder psychisch erkranke.

„Wir fangen Eltern auf“, sagt Döring. „Sie müssen lernen, ihre Kinder dennoch zu lieben. Ohne selbst zu zerbrechen oder krank zu werden.“ Wichtig sei auch, dass sie die Sucht der Kinder nicht unbewusst unterstützten. Zu den monatlichen Treffen, Gesprächen, Seminaren und Freizeitveranstaltungen kämen meist zehn Eltern, es seien aber auch schon 30 gewesen.

Die 49-Jährige hat einen crystalabhängigen Sohn. „Ich habe mich damals sehr verloren gefühlt“, erinnert sie sich. „Manchmal wusste ich nicht ein noch aus.“ Sie hat einen Laden. „Ich habe an manchen Tagen in meinem Geschäft gestanden, musste zu den Kunden freundlich sein und habe nur geweint, weil ich fürchtete, er tut sich etwas an.“

Döring hat die Selbsthilfegruppe vor vier Jahren mit gegründet. Heute sagt sie: „Ich bin nicht zerbrochen. Und mein Sohn lebt.“ Sie habe akzeptieren müssen, dass er einen anderen Weg eingeschlagen habe als gehofft. „Er hat keine Ausbildung und keinen Führerschein, aber er lebt.“  Und so ganz habe sie die Hoffnung nicht aufgegeben, dass er doch irgendwann eine Familie gründen wird.

dpa

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