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Heiko Reinhold ist Umweltbeauftragter der sächsischen Landeskirche

Heiko Reinhold ist Umweltbeauftragter der sächsischen Landeskirche

Wenn es sein muss, positioniert sich Heiko Reinhold auch zum sibirischen Wollhaar-Mammut. Was denn die evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsens von Überlegungen halte, das vor etwa 20 000 Jahren von der Erde verschwundene Tier zu klonen, wo Wissenschaftler jetzt dessen Erbgut entschlüsselt hätten, wollte jemand wissen.

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Heiko Reinhold

"Ich habe meine Antwort möglichst diplomatisch formuliert", erzählt Reinhold. Reizvoll seien solche Pläne, schrieb er zurück. Kosteten aber viel Geld, das man vielleicht besser für die Erhaltung bestehender Arten ausgeben sollte.

Verantwortlich für Gottes Schöpfung fühlt sich Heiko Reinhold schon seit früher Jugend. Jetzt ist er auch von Amts wegen dafür zuständig - als neuer Umweltbeauftragter der sächsischen Landeskirche. Der 45-jährige Erzgebirger mit Brille und graumeliertem Vollbart hat sich im Namen evangelischer Christen bereits zur aktuellen Umweltpolitik des Freistaats geäußert. In einer Stellungnahme der Landeskirche zum Entwurf für das sächsische Energie- und Klimaprogramm aus dem Wirtschafts- und aus dem Umweltministerium.

Themen dieser Art und politische Entscheidungsprozesse sind Heiko Reinhold vertraut. Er ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der gemeinsamen Fraktion von SPD und Grünen im Kreistag des Erzgebirgskreises. Außerdem engagiert er sich seit 1997 in der Landesarbeitsgemeinschaft Christinnen und Christen bei den sächsischen Bündnisgrünen. Sein neues Amt für Parteipolitik benutzen werde er jedoch nicht, versichert er. "Hier bin ich ein Mann der Kirche."

Wenn es dennoch zwischen bündnisgrünen Positionen und denen der beiden Kirchen manche Übereinstimmung gebe, habe das mit einer historischen Besonderheit der Partei in Sachsen zu tun. Etliche Leute aus der kirchlichen Friedens- und Umweltbewegung seien dort nach 1989 aktiv geworden. "Heute spielen sie eine große Rolle." Auch ihn habe der Konziliare Prozess geprägt. Bei dem verständigten sich evangelische und katholische Christen in der DDR über Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Grundlegendes dazu formulierten sie auf den Ökumenischen Versammlungen 1988/89 in Magdeburg und Dresden. "Ich habe das damals mit sehr viel Hoffnung verfolgt", erzählt er.

Themen wie Schöpfung und Evolution interessierten ihn schon als Jugendlichen. "In der Jungen Gemeinde habe ich Abende mit gestaltet." Nach der Lehre als Funkmechaniker beim VEB REMA in seiner Heimatstadt Stollberg verweigerte er den Armeedienst mit der Waffe.

Als einer der letzten Bausoldaten der DDR arbeitete er bis Dezember 1990 als Hilfspfleger im Krankenhaus Dresden-Neustadt. "Als ich nach Stollberg zurückkam, war mein Betrieb weg." Er wechselte in ein neu gegründetes kleines Unternehmen der Informationstechnologie in Chemnitz. "Dort habe ich mich auch mit den Umwelt-Eigenschaften von Geräten beschäftigt, mit Stromverbrauch und Langlebigkeit." Daneben hat er sich - "in der anderen Hälfte meines Lebens", wie Reinhold sagt - in seiner Kirchgemeinde engagiert. Hat sich in vier Jahren kirchlichen Fernunterrichts qualifiziert, leitet seither als Prädikant Gottesdienste oder organisiert Rüstzeiten.

Dass er sich in den biblischen Grundlagen der Schöpfungsbewahrung auskennt, hat er vergangenes Jahr im November beim Christlich-Islamischen Dialog bewiesen. In der Dresdner Dreikönigskirche hat er neben einer muslimischen Theologin über Natur- und Umweltverständnis in christlicher Tradition gesprochen. Neulich hat er mit sächsischen Bauern über Gentechnik diskutiert. Im Evangelischen Zentrum Ländlicher Raum, der Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis, wo er sein Büro hat, ist er als Referent nicht nur für Umwelt, sondern auch für ländliche Entwicklung verantwortlich. Die Veränderungen auf den Dörfern will er nicht als Probleme beklagen. "Ich sehe darin vielmehr neue Möglichkeiten. Wie sich die Altersstruktur verändert, wie wir Mobilität und Infrastruktur erhalten, wie Kirche und Kommunen zusammenarbeiten können." Tomas Gärtner

Beauftragter: Heiko Reinhold, Evangelisches Zentrum Ländlicher Raum, Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis, Pestalozzistr. 60a, 04655 Kohren-Sahlis; Tel. 034344/66 97 02; E-Mail: umweltbeauftragter@evlks.de

Bedeutung: Bewahrung der Schöpfung neben Frieden und Gerechtigkeit eine der drei Säulen im "Konziliaren Prozess"; Christen und Kirchen suchen nach verantwortbarer, lebenswerter Zukunft, nach Balance zwischen Gestaltung (Erforschung, Veränderung und Nutzung) der Welt und ihrer Erhaltung als "gute Erde", Heimat für Pflanzen, Tiere und Menschen

Energiemanagement: Pilotprojekt "Energiemanagement in Kirchgemeinden" seit 2009 mit Checkliste und Beratung; Ziel ist, Energieverbrauch durch Beseitigung baulicher Mängel (z.B. Isolation, dichte Türen) und Änderung des Verhaltens zu senken

Umweltmanagement: bei Aktion "Grüner Hahn" wurden sieben Umweltauditoren ausgebildet, als Ansprechpartner für Kirchgemeinden beim kirchlichen Umweltmanagement; vier Kirchgemeinden bzw. Einrichtungen auf dem Weg zur Zertifizierung nach dem "Grünen Hahn"; Internet: www.gruenerhahn.de gä

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.01.2012

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