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Gröditzer Bürgermeister warnt vor Pogromstimmung

Nach gewalttätiger Auseinandersetzung Gröditzer Bürgermeister warnt vor Pogromstimmung

Nach einer Auseinandersetzung von Asylbewerbern mit zwei Amateurfußballern im sächsischen Gröditz im Landkreis Meißen wirbt der Bürgermeister der Stadt für Besonnenheit unter den Einwohnern.

An diesem Ort nahe der Flüchtlingsunterkunft soll sich der Überfall zugetragen haben.

Quelle: Matthias Pöls

Gröditz. Nach einer Auseinandersetzung von Asylbewerbern mit zwei Amateurfußballern im sächsischen Gröditz (Landkreis Meißen) wirbt der Bürgermeister der Stadt für Besonnenheit unter den Einwohnern. In einer am Wochenende veröffentlichten gemeinsamen Erklärung mit Evangelischer Kirche, Diakonie und dem Bündnis für Demokratie und Zivilcourage warnt das Stadtoberhaupt Jochen Reinicke (parteilos) vor einer Instrumentalisierung des Vorfalls durch Rechtsextremisten und vor einer Pogromstimmung.

Dafür, dass das Geschehene viele mit Sorgen erfülle, habe man Verständnis, heißt es. „Mit Sorge nehmen wir zugleich die Polarisierung wahr, die die Diskussion über die Vorfälle bestimmt. Einzelne Personen und extreme Gruppierungen nutzen die Vorkommnisse, um gegen Asylbewerber oder Ausländer allgemein Stimmung zu machen. Das ist aus unserer Überzeugung heraus nicht hinnehmbar.“ Deshalb wird an die Einwohner der Stadt appelliert, sich besonnen zu verhalten, Zurückhaltung in den Urteilen zu üben und das Gewaltmonopol des Staates unbedingt zu akzeptieren.

Nichts rechtfertige Gewalt, weder verbale noch körperliche. Gesichertes könne aber erst gesagt werden, wenn die Polizei abschließend ermittelt hat, heißt es.

Unterzeichner der Erklärung sind neben dem Bürgermeister die beiden Pfarrer Christian Thiele und Walter Lechner von den Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinden Gröditz, Frauenhain und Nauwalde, die Leiterin des Bereichs Migration der Diakonie Riesa-Großenhain, Gerlinde Franke, und der Vorsitzende des Bündnis für Demokratie und Zivilcourage, Norbert Ehme.

Die 25 und 27 Jahre alten Männer aus Gröditz sollen in der Nacht zum 7. Februar von einem Hallenfußballturnier gekommen sein, als sie vor einem Flüchtlingsheim in dem Ort angegriffen und schwer verletzt wurden. Sie gaben später an, von bis zu 20 Asylbewerbern überfallen und mit Metallstangen geschlagen worden zu sein.

Reportage aus Gröditz

Laut Zeugenaussagen sollen sie aber zuvor zusammen mit anderen Personen die Bewohner der Unterkunft mitten in der Nacht über einen längeren Zeitraum durch Pöbeln, Beleidigungen und ausländerfeindliche Parolen aus dem Schlaf gerissen und provoziert zu haben. In der Folge kam es zu den gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen die beiden Männer verletzt wurden. Laut Polizei konnte der Tathergang bislang nicht eindeutig geklärt werden.

Von LVZ

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