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Grippewelle schwappt nach Sachsen - Erste Schule bei Chemnitz macht dicht

Grippewelle schwappt nach Sachsen - Erste Schule bei Chemnitz macht dicht

Das ist schon mehr als ein Kribbeln in der Nase: In Sachsen breitet sich die Grippewelle weiter aus. Wegen massiver Krankheitsfälle musste schon die erste Schule den Unterricht einstellen.

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Mediziner sehen die Impfung noch immer als besten Grippeschutz an.

Quelle: Arno Burgi, dpa

Laut den Erfahrungen des Robert-Koch-Instituts ist das aber erst der Anfang.

Die Schulleitung des Gymnasiums Einsiedel entschied aus Furcht vor weiteren Ansteckungen, den Unterricht der fünften bis elften Klassen bis Anfang nächster Woche abzublasen. Nur in Klassenstufe 12 laufe das Vorabitur weiter, teilte die Schule in dem Chemnitzer Ortsteil mit. Am Gymnasium seien bereits mehr als 30 Prozent der 454 Schüler und fast die Hälfte der 52 Lehrer erkrankt, sagte eine Sprecherin der sächsischen Bildungsagentur. In mehreren Fällen sei das Influenza-Virus nachgewiesen worden. Das Gymnasium Einsiedel sei eine von drei Schulen mit erhöhten Krankenzahlen. Alle lägen im Bereich Chemnitz.

Das Gesundheitsministerium bestätigte die Zunahme der Grippefälle. Habe die Zahl der Influenza-Erkrankungen im Freistaat in der vergangenen Woche noch bei 217 gelegen, stehe sie aktuell bei 326. "Die Zahlen sind weiterhin steigend. Die Grippesaison ist in Sachsen angekommen", " sagte Ministeriumssprecher Ralph Schreiber. "Bisher sind hauptsächlich Kinder bis zehn Jahre und Senioren über 65 Jahre betroffen." Zusammen machten sie rund 30 Prozent der Erkrankten aus.

Tatsächlich sei jedoch mit deutlich mehr Grippe-Erkrankungen zu rechnen. "Schließlich geht nicht jeder gleich zum Arzt, und es wird auch nur ein Bruchteil der behandelten Fälle zur Laboruntersuchung gemeldet", gibt Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut in Berlin zu bedenken. In den vergangenen Wochen waren Virusgrippe-Fälle vor allem im Raum Leipzig und in Mittelsachsen registriert worden. Auch in Thüringen geht die Zahl der Erkrankten vor allem unter Kindern steil nach oben. In Menschenmengen und geschlossenen Räumen ist die Gefahr besonders groß, sich mit den Viren anzustecken.

"Der aktuelle Grippeschutzimpfstoff schützt in diesem Jahr leider weniger, als wir erhofft hatten", räumt Susanne Glasmacher ein. Einer der Virusstämme habe sich genetisch verändert. "Vor allem Kinder und ältere Menschen sollten sich dennoch impfen lassen, ehe sie erkrankt sind", rät die Behördensprecherin und vergleicht das mit einem löchrigen Regenschirm: "Der hält immer noch mehr Regen ab als gar kein Schirm."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.01.2015

Winfried Mahr

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