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Graffiti an Doppelstockzügen - Pechsträhne des Intercity 2

30 Millionen Euro Schaden pro Jahr Graffiti an Doppelstockzügen - Pechsträhne des Intercity 2

Die Pechsträhne des Intercity 2 reißt nicht ab. Die Züge, seit Dezember ab Leipzig unterwegs, sind zum Ziel von Sprayern geworden. Die Bahn ist verärgert - versucht aber auch, auf die Szene zuzugehen.

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„In Ballungsräumen wie Leipzig ist das Besprühen von Zügen leider eine alltägliche und weit verbreitete Unart“, konstatiert eine Bahn-Sprecherin.

Quelle: dpa

Leipzig. Strahlendes weiß, schicke Fensterfronten, glückliche Kunden. So hat die Deutsche Bahn ihre neuen Doppelstockzüge im Dezember vorgestellt. Ganz so sauber strahlen die Intercity rund zwei Monate später nicht mehr. Schon nach wenigen Fahrten prangten erste Graffitis auf mehreren Waggons, wie die Bahn bestätigt. Seit Ende vergangenen Jahres fahren die Modelle auf den Schienen, die von Leipzig über Magdeburg und Hannover bis an die Nordsee führen.

„In Ballungsräumen wie Leipzig ist das Besprühen von Zügen leider eine alltägliche und weit verbreitete Unart“, konstatiert eine Bahn-Sprecherin. Und eine finanzielle Belastung für das Unternehmen: Jedes Jahr entstehen der Bahn Schäden von rund 30 Millionen Euro durch gesprayte „Tags“ und Bilder. Die Waggons werden dann von Fachleuten gereinigt, jeder besprayte Quadratmeter kostet laut Unternehmen rund 25 Euro. Dazu kommen Ausfallzeiten und teils Strafzahlungen an die Verkehrsverbände, denen die Bahn saubere Züge vertraglich zugesichert hat.

Die Graffiti-Schäden setzen die Pleitenserie des Modells Intercity 2 fort. Schon zu Jahresbeginn häuften sich Beschwerden, dass die neuen Züge auf frisch geschliffenen Schienen teils unangenehm hin- und herschwanken. Erst kürzlich hat die Bahn den Einsatz der Doppelstock-Intercity zwischen Dresden und Köln deshalb bis Jahresende verschoben.

Bei den Farbschäden drückt sie jedoch aufs Tempo: Die Graffitis würden nach spätestens einer Woche entfernt, heißt es. Dass ein Intercity 2 beschmiert auf die Reise gehe, sei die Ausnahme.

Das Unternehmen versucht aber auch, auf die Szene zuzugehen. „Wir haben da positive Erfahrungen mit der Bahn gemacht“, sagt Sven Bielig. Der Vorstandsvorsitzende des Vereins Urban Souls ist Teil einer „Koordinierungsstelle Graffiti“. Diese baut er gemeinsam mit dem „Graffitiverein e.V.“ und der Stadt Leipzig auf. Die Träger schreiben derzeit an einem Präventionskonzept, das im März zunächst gemeinsam mit der Stadtverwaltung abgesprochen wird.

Mit der Bahn arbeiten sie bereits zusammen: In Grünau durften Sprayer Flächen der Bahn mit ihren „Cans“ füllen, auch Schallschutzwände wurden den Farbenfreunden bereits zur Verfügung gestellt. Das seien, so Bielig, tatsächlich die jungen Menschen gewesen, die dort vorher illegal gemalt hätten. „Die Sprayer, die sich dort gerne wiederfinden würden, müssen das dann nicht mehr nachts machen“, schildert der Urban-Souls-Mann. Projekte dieser Art sollen Teil des Präventionskonzepts werden.

Ganz darauf verlassen mag die Bahn sich indes nicht. Die abgestellten Züge würden natürlich bewacht, so die Sprecherin. Lückenlos sei das allerdings nicht möglich. Wenn es um konkrete Maßnahmen geht, hüllt sich das Unternehmen in Schweigen. Nur so viel: Die Strategie sei mit der Bundespolizei abgestimmt und es gehe durchaus auch darum, Sprüher „auf frischer Tat“ zu ertappen.

Von Tim Fuhse, dpa

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