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Gemälderettung in Dresdner Museen - Feuerwehr testet den Transport

Gemälderettung in Dresdner Museen - Feuerwehr testet den Transport

Neben dem Retten von Menschenleben steht in Museen auch das Schützen der Kunstwerke im Mittelpunkt. So lagern allein Albertinum mit seinen Ausstellungsräumen und Depots mehr als 12.000 Objekte von zum Teil unschätzbarem Wert.

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Hintergrund: Die Feuerlöschtechnik im Dresdner Albertinum

Die Feuerwehr transportierte probeweise einen 5x3 Meter großen Rahmen durch das Treppenhaus des Albertinums in Dresden. Im Ernstfall würde er mit Gemälde bis zu 200 Kilo wiegen.

Quelle: Stephan Lohse

Zahlreiche Statuen und Gemälde wären im schlimmsten Fall unwiederbringlich verloren, auch wenn sie zum Teil mit mehreren Millionen Euro versichert sind.

Daher trainierte die Dresdner Feuerwehr am Dienstag nicht nur die Rettung von Leben, sondern auch die Rettung von Gemälden. „Der Test dient der Sensibilisierung", erklärt Michael John, der technische Direktor des Albertinums. Denn Rahmen und Gemälde sind fragil. Ein falscher Griff, und die Leinwand ist beschädigt. Hinzu kommt, dass die Kunstsammlungen einige Werke besitzen, die riesige Formate haben. Die Feuerwehrleute arbeiten dagegen mit einer 25 Kilo schweren Ausrüstung, zum Teil mit Atemschutzmasken und groben Arbeitshandschuhen.

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Feuerwehrübung im Dresdner Albertinum.

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Während sich am Dienstag zeigte, dass die Feuerwehrleute Bilder von normalem Format problemlos durch das Treppenhaus transportieren können und dabei auch das als Ersatz in die Rahmen gespannte Pergamentpapier unversehrt blieb, stellte das Hochformat mit drei mal fünf Metern Größe die Einsatzkräfte vor einige Herausforderungen. „Bei Baselitz oder Penck sind solche Formate normal", erklärt Marlies Giebe, die Leiterin der Restaurationswerkstatt. Zudem wiegen die Bilder dann bis zu 200 Kilo. Im Normalfall werden solche Werke per Lastenaufzug transportiert - im Brandfall muss es aber auch über die Treppe gehen. „Es geht", so Giebe. „Aber es ist grenzwertig."

Die Feuerwehr durfte am Dienstag allerdings noch mit einem einfach gezimmerten Holzrahmen üben, der von sechs Mitarbeitern der Feuerwache Löbtau durch das Treppenhaus bugsiert wurde. Dabei lief zwar nicht alles glatt, im Ernstfall hätte das Bild wohl einige Schäden genommen, Restauratorin Giebe war trotzdem zufrieden. „Die Männer gehen sehr methodisch vor", lobte sie. Auch die Feuerwehr selbst zog hinterher eine positive Bilanz der Aktion. Man habe wertvolle Erfahrungen sammeln können.

Welche Kunstwerke im Zweifelsfall zuerst gerettet werden, regelt bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden eine Prioritätenliste, erklärt der technische Leiter des Albertinums, Michael John. Allerdings sei so etwas immer heikel, denn jeder Museumsleiter wolle natürlich alle Werke retten. Allerdings gibt beispielsweise Restauratorin Giebe zu, dass ihr ein Gemälde am Herz hängt. Das großformatige Werk „Um die Freiheit" von Sascha Schneider sei ihr besonders wichtig. Das hing bei der Jahrhundertflut 2002 im alten Depot und konnte wegen seiner Größe nicht ins Freie geschafft werden. Unter der Decke festgeschnürt überlebte es das Hochwasser nur knapp.

Stephan Lohse

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