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Gedenken oder Störung: „Take That“-Aktion am 13. Februar in Dresden entzweit weiter die Gemüter

Gedenken oder Störung: „Take That“-Aktion am 13. Februar in Dresden entzweit weiter die Gemüter

Auch eine Woche nach dem 13. Februar entzweit der Jahrestag der Zerstörung Dresdens noch immer die Gemüter. So warf am Mittwoch eine Gruppe, die das Gedenken der Dresdner mit Hilfe einer Boygroup konterkarieren wollte, der Stiftung Frauenkirche vor, sie habe „Gedenkende wegprügeln“ lassen.

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Dass einige Personen versuchten, den 13. Februar mit Take That zu verbinden, gefiel in Dresden nicht jedem.

Quelle: Georg Wehse

Der eigentliche Veranstalter, die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden, spricht hingegen von massiven Störungen und einem umsichtigen und behutsamen Vorgehen der Beamten.

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Stilles Gedenken am 13. Februar vor der Dresdner Frauenkirche.

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Der 13. Februar ist nicht nur Jahrestag der Bombenangriffe Dresdens im Jahr 1945, am 13. Februar 1996 löste sich auch die englische Gruppe „Take That“ zeitweilig auf. Zwar machen die Musiker, deren bekanntestes Mitglied Robbie Williams ist, seit Jahren wieder gemeinsam Musik, eine unbekannte Gruppe rief im Vorfeld trotzdem dazu auf, am Abend des 13. Februars an der Frauenkirche der Band zu gedenken.

Gegen 21.30 Uhr, kurz bevor die Glocken zu läuten begannen, fanden sich dann tatsächlich mehrere Personen auf dem Neumarkt ein, die zuvor bereits Kerzen, einen Plüschteddy und ein Pappherz nahe der Frauenkirche drapiert hatten. Ziel war: gemeinsames Singen eines alten Hits der Band. Da andere Dresdner dies jedoch als Störung wahrnahmen, wurden die Teilnehmer bald abgedrängt.

„Ich kann bestätigen, dass wir am 13. Februar um 21.40 Uhr zu einem Einsatz an der Frauenkirche gerufen wurden“, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner auf Anfrage. „Etwa 10 bis 15 Personen hatten sich auf dem Neumarkt versammelt, um der Auflösung der Popgruppe Take That zu gedenken. Da diese Personen die Andacht in der Frauenkirche störten, haben wir sie beiseite gedrängt und die Personalien aufgenommen“, so Geithner. „Es wurde außerdem ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.“

Teilnehmer sagen nun, dies sei unverhältnismäßig hart erfolgt. „Kaum hatten wir die erste Zeile gesungen, wurden einige von Beamten der Polizei angebrüllt, festgehalten, teilweise getreten und wie Schwerverbrecher abgeführt“, heißt es in einer Mitteilung. Zuvor hatte auch die AG Polizeibeobachtung berichtet, überfordert wirkende Ordnungshüter hätten die Beteiligten aggressiv vom Platz gedrängt, Journalisten geschlagen und beleidigt.

Die Stiftung Frauenkirche, an deren Adresse die Beschwerde nun ging, konnte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern. Allerdings war die Stiftung für die Veranstaltung vor der Kirche nicht verantwortlich. Denn Anmelder war die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche.

Deren Geschäftsführer Hans-Joachim Jäger kann die Beschwerde nicht nachvollziehen. „Es stimmt hinten und vorne nicht“, so Jäger gegenüber DNN-Online. Vielmehr habe es mutwillige und beabsichtigte Störungen der offiziell angemeldeten Veranstaltung gegeben. Die Personen hätten Böller dabei gehabt, erinnert er sich. Zudem seien absichtlich Kerzen ausgepustet worden. Eine Person habe sogar einen Blasebalg dabei gehabt. „Ältere Besucher haben sich sehr darüber geärgert“, so Jäger.

Das Vorgehen der Polizei sei dann vorbildlich gewesen. Es habe kein Anschreien und kein Anfassen gegeben. Wie Jäger berichtet, wäre er gern ins Gespräch mit den jungen Leuten gekommen. Eine Diskussion sei aber nicht möglich gewesen.

Die wohl passendste Antwort auf das Take-That-Gedenken hatte im Vorfeld übrigens die Dresdner CDU-Stadtratsfraktion gefunden. Als Reaktion auf das Ansinnen der Boygroup-Trauernden hatte die CDU auf zwei andere wichtige Anlässe des Datums hingewiesen. So wird am 13. Februar auch der Welttag des Radios begangen.

Zudem ist der 13. Februar auch mit einem „Schicksalsschlag“ verbunden. 1948 wurden die Fußballvereine Kölner BC und Köln-Sülz 07 zu Gunsten der Gründung des 1. FC Köln aufgelöst, hatte Fraktionsgeschäftsführer Andreas Rönsch geschrieben. „Die Geschichte hat den 13. Februar 1996 verschlungen und dieses ohne Frage temporär-traumatische Ereignis relativiert“, so sein damaliges augenzwinkerndes Fazit.

Stephan Lohse

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