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Gedenken an Zerstörung Dresdens – Gauck und Orosz mit mahnenden Worten an die Dresdner

Gedenken an Zerstörung Dresdens – Gauck und Orosz mit mahnenden Worten an die Dresdner

Bundespräsident Joachim Gauck hat zum 70. Jahrestag der Bombardierung Dresdens vor einem Relativieren der deutschen Kriegsschuld und einer Instrumentalisierung der Opfer gewarnt.

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Quelle: dpa

„Wir wissen, wer den mörderischen Krieg begonnen hat. Und deshalb wollen und werden wir niemals die Opfer deutscher Kriegsführung vergessen, wenn wir hier und heute der deutschen Opfer gedenken“, sagte Gauck am Freitag laut vorab verbreitetem Redetext in der Frauenkirche in Dresden.

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Die offizielle Gedenkveranstaltung in der Frauenkirche

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Ausdrücklich gedachte er der Opfer des Bombenkrieges gegen zivile Ziele auf allen Seiten. Gauck mahnte eine Erinnerungskultur an, die zu einer Verständigung über nationale Grenzen hinweg führe.

Oberbürgermeisterin Helma Orosz forderte ein klares Bekenntnis gegen Hass, Krieg und Gewalt. Gedenken und Versöhnung hätten nur dann einen Wert, „wenn wir auch für das Hier und Heute eine klare Position beziehen“, sagte sie laut vorab vorliegendem Redemanuskript in der Frauenkirche. „Wir müssen uns gegen jeden Versuch wehren, der darauf abzielt, Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihrer Hautfarbe erneut zu kategorisieren und zu bewerten.

“In den vergangenen Wochen sei deutlich geworden, dass es in der Gesellschaft tiefe Gräben gebe, meinte sie mit Blick auf die islamkritischen Pegida-Demonstrationen. Eine andere Religion werde als Bedrohung wahrgenommen. „Es wird unterschieden zwischen guten Ausländern, die uns wirtschaftlich voranbringen, und Flüchtlingen, die angeblich nur von unserem Sozialsystem profitieren wollen.“ Zugleich sei von abgehängten Schichten die Rede. „Von dumpfen Massen, die auf der Straße ihren Frust loswerden.“ Ganzen Gruppen werde ihr Recht auf freie Meinungsäußerung abgesprochen.

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Der Nachmittag auf dem Neumarkt

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„Wenn wir vereint sind im Gedenken und im Schmerz über das, was vor über 70 Jahren auf der Welt, in Europa, in Deutschland und in Dresden geschehen ist, dann müssen wir auch vereint darin sein, die Gräben in unserem Land heute zu überwinden“, sagte Orosz.

Mit der Gedenkveranstaltung in der im Krieg zerstörten und später wieder aufgebauten Frauenkirche und anderen Aktionen erinnerte Dresden an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Am 13. Februar 1945 und den beiden Tagen danach hatten britische und amerikanische Bomber die Elbestadt angegriffen. Rund 25.000 Menschen kamen ums Leben.

Nirgends sei Leid so stark politisch instrumentalisiert worden wie in Dresden, sagte Gauck. Die Geschichtsverfälschung habe schon während der Nazi-Herrschaft begonnen, sich in der DDR fortgesetzt „und wird selbst heute noch von einigen Unverbesserlichen weitergeführt“. Trotz der von unabhängigen Historikern festgestellten Zahl von bis zu 25 000 Opfern würden weiter „höhere Opferzahlen behauptet, um alliierte Angriffe gegen nationalsozialistische Menschheitsverbrechen aufzurechnen, deutsche Schuld also zu relativieren“

Landesbischof Jochen Bohl erinnerte an die nationalsozialistische Vergangenheit auch von Kirchenvertretern. „Von dieser Kanzel wurde hasserfüllt in ideologischer Verblendung gepredigt“, sagte er vor mehr als 1000 Gästen, darunter auch viele Überlebende der Bombennacht. Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, sagte, „im Laufe dreier Tage im Februar brachten alliierte Bomber Tod und Zerstörung in einem Ausmaß und mit einer Grausamkeit, die unvorstellbar ist.“ Die Ereignisse hätten tiefe Wunden hinterlassen „und minderten all unsere Menschlichkeit“, sagte er. „Wir sollten niemals das Wunder vergessen, das der Frieden in Europa darstellt.“

dpa

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