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GEW: Lehrermangel in Sachsen führt zu Chancenungerechtigkeit

Appell für ein Sofortprogramm GEW: Lehrermangel in Sachsen führt zu Chancenungerechtigkeit

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht in dem Lehrermangel an Sachsens Schulen die Gefahr einer wachsenden Chancenungerechtigkeit. Betroffen seien vor allem Oberschüler, da sich für diese Schulart besonders wenig qualifizierte Lehrkräfte fänden.

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Zu den aktuellen Bewerberzahlen und Neueinstellungen für das neue Schuljahr wollte sich das Kultusministerium nicht äußern.

Quelle: Archiv

Dresden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht in dem Lehrermangel an Sachsens Schulen die Gefahr einer wachsenden Chancenungerechtigkeit. Betroffen seien vor allem Oberschüler, da sich für diese Schulart besonders wenig qualifizierte Lehrkräfte fänden, sagte Sachsens GEW-Vorsitzende Uschi Kruse der Deutschen Presse-Agentur. „Gerade an dieser Schulart gelingt es immer weniger, Personal zu finden. Im Februar war es schon so, dass zwei Drittel der Einstellungen entweder schulartfremde Kolleginnen und Kollegen waren oder Seiteneinsteiger.“ Bundesweit nehme der Freistaat bei der Zahl der Seiteneinsteiger im Verhältnis zur Schülerzahl die Spitzenposition ein.

Der Lehrermangel ergibt sich laut Kruse neben den nicht ausreichend verfügbaren Kräften am Arbeitsmarkt und steigenden Schülerzahlen auch durch die Tatsache, dass viele Lehrer in Sachsen vorzeitig in den Ruhestand gingen. „Die Situation verschärft sich dramatisch“, warnte sie.

„Man muss dafür sorgen, dass die Lehrkräfte, die es jetzt in Sachsen gibt, möglichst lange im Dienst bleiben.“ Überlegungen, die Arbeitszeit für Lehrer zu erhöhen, seien deshalb kontraproduktiv. „Das würde dazu führen, dass das Problem sich vergrößert.“ Derzeit schieden gut 30 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer mit Erreichen des 63. Lebensjahres aus.

Die Attraktivität des Schulstandorts müsse auch durch die Vergütung erhöht werden. „Da eine Verbeamtung in Sachsen nicht angesagt ist, gibt es nur die Möglichkeit, eine tarifvertragliche Regelung zu finden, die dafür sorgt, dass Lehrer in Sachsen nicht beim verfügbaren Einkommen so weit hinter ihren Kollegen in anderen Bundesländern zurückbleiben.“

In einem „Appell für ein Sofortprogramm zur Lehrkräftegewinnung und zur Qualitätssicherung für die sächsischen Schulen“ habe die GEW verschiedene Lösungsvorschläge unterbreitet. An diesem Montag sollen sie Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und seinem Vize Martin Dulig (SPD) zugeleitet werden.

Zu den aktuellen Bewerberzahlen und Neueinstellungen für das neue Schuljahr wollte sich das Kultusministerium nicht äußern. Derzeit liefen Gespräche mit dem Finanzministerium über eine Verbesserung der Attraktivität des Lehrerberufs in Sachsen. Diese müssten abgewartet werden, hieß es. „Es wird im neuen Schuljahr aber vor jeder Klasse ein Lehrer stehen“, sagte der Sprecher. Vor allem bei Ober- und Grundschulen sei es jedoch schwer, den Bedarf mit entsprechend ausgebildetem Personal zu decken.

dpa

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