Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Google+
Fremdenfeindliche Krawalle schaden Sachsens Ansehen massiv

Umfrage Fremdenfeindliche Krawalle schaden Sachsens Ansehen massiv

Pöbelnde Rechtspopulisten, Steine werfende Krawallmacher vor Flüchtlingsunterkünften in Sachsen. Heidenau, Freital, Meißen, Dresden und Bischofswerda. Die Liste der sächsischen Städte, von denen Bilder gewaltsamer Übergriffe in die Welt gingen, ist immer länger geworden.

Dresden/Leipzig. Pöbelnde Rechtspopulisten, Steine werfende Krawallmacher vor Flüchtlingsunterkünften in Sachsen. Heidenau, Freital, Meißen, Dresden und Bischofswerda. Die Liste der sächsischen Städte, von denen Bilder gewaltsamer Übergriffe in die Welt gingen, ist immer länger geworden. Das blieb nicht ohne Folgen für das Image des Freistaates. Bundesweit ist für mehr als drei Viertel der Deutschen klar, dass diese ausländerfeindlichen Proteste dem Ansehen Sachsens geschadet haben. Auch eine große Mehrheit der Befragten im Freistaat selbst sieht einen herben Imageverlust für das weiß-grüne Bundesland. Das ergab eine gemeinsame Umfrage der führenden sächsischen Tageszeitungen. Im Auftrag der Zeitungshäuser befragte das Leipziger Institut Uniqma für diese Studie Mitte September bundesweit 1351 repräsentativ ausgewählte Erwachsene, darunter 514 aus Sachsen.

Besonders ausländerfeindlich

Ein Ergebnis der Studie ist auch, dass jeder fünfte Befragte in Sachsen der Meinung ist, dass durch die Proteste gegen Flüchtlinge keinerlei Imageschaden entstanden sei. Bundesweit sehen das nur 14 Prozent so. Etwa jeder zehnte Befragte antwortete mit „weiß nicht“.

Es fällt auf, dass unter den 20 Prozent der Sachsen, die keine Rufschädigung sehen, die Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen und Befragte mit geringem Bildungsabschluss überproportional vertreten sind. So finden 36 Prozent der weniger Qualifizierten, dass der Ruf Sachsens durch die Krawalle nicht gelitten hat. Von den Befragten mit einem Studienabschluss sagen das nur 14 Prozent. Dafür äußern sich über 80 Prozent der Studierten besorgt über den Ansehensverlust. Von denen mit geringerem Schulabschluss sehen zwar weniger eine Rufschädigung, aber mit 54 Prozent verbindet auch in dieser Gruppe die Mehrheit mit den Übergriffen eine fatale Wirkung auf das Renommee.

Für den Chef des Uniqma-Institutes, Dr. Andreas Czaplicki, ist das Meinungsbild eindeutig, da bundesweit drei Viertel der Überzeugung sind, dass die gewalttätigen Aktionen dem Ansehen des Freistaates geschadet haben und die Sachsen das ähnlich kritisch sehen. Allerdings gibt er zu bedenken: „Derzeit ist noch völlig offen, ob das Ansehen Sachsens nachhaltig geschädigt wurde, oder ob wir nur von einer kurzzeitigen Eintrübung in der öffentlichen Meinung sprechen, die sich rasch wieder norma-lisiert. Die Erfahrung lehre jedoch: Irgendetwas bleibt fast immer hängen.“ Diese Befürchtung erhält auch Nahrung dadurch, dass die Sachsen von sich selbst ein ganz anderes, ein viel positiveres, Bild haben als das übrige Deutschland.

Sachsen halten sich für tolerant

So gehen bei der Antwort auf die Frage, ob in Sachsen die Ausländerfeindlichkeit stärker ausgeprägt ist als in anderen Bundesländern die Meinungen weit auseinander. In Sachsen selbst
sehen das nur 29 Prozent so. Deutschlandweit (ohne die Sachsen) ist jedoch eine Mehrheit von 54 Prozent der Überzeugung, dass im Freistaat die Fremdenfeindlichkeit vorherrschender ist als im übrigen Bundesgebiet. In den alten Bundesländern sagen dies 57 Prozent, in den anderen neuen Ländern (außer Sachsen) 31 Prozent. Außerdem halten sich die Sachsen selbst für viel weltoffener, toleranter und gastfreundlicher, als sie deutschlandweit gesehen werden.

Tatsache ist aber auch, dass die Menschen im Freistaat mehrheitlich Flüchtlinge willkommen heißen. Allerdings liegt der Anteil derer, die eine Aufnahme von Asylbewerbern befürworten, in Sachsen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 78 Prozent.
Anita Kecke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Menschen im Freistaat sehen sich selbst weltoffen und tolerant

Auch wenn oft von Sachsen aus Bilder und Schlagzeilen von ausländerfeindlichen Krawallmachern in die Welt gehen: Das ist nicht die Mehrheit im Freistaat. Zwei Drittel der Sachsen sind für die Aufnahme von Flüchtlingen.

mehr
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

Gewinnspiele
  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr