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Freie Schulen zahlen ihren Lehrern mehr Gehalt

Höhere Zuschüsse Freie Schulen zahlen ihren Lehrern mehr Gehalt

Die freien Schulen in Sachsen haben die höheren Zuschüsse des Landes vor allem in bessere Gehälter für ihre Lehrer investiert. Dennoch gibt es eine erhebliche Finanzierungslücke. 

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Viele Schulen stünden immer noch vor der Entscheidung, entweder dank der Mehreinnahmen auf Schulgeld zu verzichten und so die Eltern ihrer Schüler zu entlasten oder mit dem Geld Gebäude zu sanieren oder Lehrergehälter zu erhöhen.

Quelle: dpa

Dresden. Die freien Schulen in Sachsen haben die höheren Zuschüsse des Landes vor allem in bessere Gehälter für ihre Lehrer investiert. „Im Schnitt sind die Löhne um etwa zehn Prozent gestiegen“, sagte der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft freier Schulen, Konrad Schneider, der Deutschen Presse-Agentur. Das habe eine Umfrage unter allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in freier Trägerschaft ergeben. Dennoch würden die Lehrer immer noch schlechter bezahlt als ihre Kollegen an den staatlichen Schulen. Auch wichtige Investitionen wurden vielerorts mit Hilfe der Mehreinnahmen finanziert - etwa Baumaßnahmen an Schulgebäuden.

Mit dem neuen Gesetz für Schulen in freier Trägerschaft, das im August 2015 in Kraft trat, bekommen die Privatschulen im Land mehr Geld. Nach Angaben des Kultusministeriums hat sich im Schuljahr 2015/15 die Pauschale pro Schüler und Jahr an den freien allgemeinbildenden Schulen im Schnitt um rund 1000 Euro erhöht. In diesem Jahr unterstützt Sachsen die freien Schulen mit insgesamt 327 Millionen Euro, im Vorjahr waren es rund 273 Millionen Euro.

„Dennoch gibt es eine erhebliche Finanzierungslücke“, so Schneider. Viele Schulen stünden immer noch vor der Entscheidung, entweder dank der Mehreinnahmen auf Schulgeld zu verzichten und so die Eltern ihrer Schüler zu entlasten oder mit dem Geld Gebäude zu sanieren oder Lehrergehälter zu erhöhen. Laut Arbeitsgemeinschaft liegt das von den Eltern zu bezahlende Schulgeld im Schnitt derzeit bei rund 80 Euro pro Schüler und Monat. Nur vereinzelt hätten Privatschulen „an der Preisschraube“ gedreht - und das Schulgeld etwa um 30 Euro pro Monat reduziert.

„Auskömmlichkeit ist aus unserer Sicht damit nicht gegeben“, kritisierte Schneider. Das neue Gesetz sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber eben nur ein Schritt.

„Wir bekommen viele Anfragen von Eltern“, sagte die Sprecherin des Landeselternrates, Anke Spröh. Ihnen sei das Schulgeld ein Dorn im Auge. Denn solange die Schulgeldfreiheit nicht auch für freie Schulen gelte, könnten finanzschwache Familien nicht von ihrem verfassungsmäßigen Recht der freien Schulwahl Gebrauch machen, kritisiert Spröh. „Das Thema steht für uns 2016 ganz oben an.“

Das Kultusministerium hält dagegen die Zuschüsse vom Staat für ausreichend und führt an, dass die freien Schulen eigene Wege gehen - etwa bei Klassengröße, Profil und Ausstattung. Deshalb könne auch eine Bereitschaft zu „finanziellen Opfern“ erwartet werden, sagte ein Ministeriumssprecher mit Verweis auf ein Urteil des Sächsischen Verfassungsgerichtshofes . „Sie sind anders, deshalb sind freie Schulen so wertvoll für die Schullandschaft“, so der Sprecher.

dpa

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