Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
Frauenhäuser stellen sich auf mehr Migrantinnen ein

Häusliche Gewalt Frauenhäuser stellen sich auf mehr Migrantinnen ein

Schimpfworte, Tritte, Schläge: Nach wie vor sind vor allem Frauen Opfer häuslicher Gewalt. Manche von ihnen suchen Schutz in einem der 15 Frauenhäuser im Land - darunter zunehmend auch Flüchtlinge.

Voriger Artikel
Linke-Chef Gebhardt: "Sächsische Demokratie wieder zivilisieren"
Nächster Artikel
Furcht vor Terror könnte Tourismus im Land bremsen
Quelle: Maja Hitij/dpa

Dresden. Die Frauenhäuser in Sachsen gewähren zunehmend Frauen aus dem Ausland Schutz vor häuslicher Gewalt. „Das ist schon sichtbar, vor allem in unseren großen Häusern“, sagte Kerstin Kupfer, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft der Frauenhäuser und Interventionsstellen in Sachsen, der Deutschen Presse-Agentur. Generell sei der Anteil der Migrantinnen in den Frauenhäusern gestiegen, darunter seien zahlreiche Frauen aus Osteuropa, aber auch aus Erstaufnahmeeinrichtungen oder Asylbewerberheimen.

Die Landesarbeitsgemeinschaft geht davon aus, dass sich die steigende Zahl von Flüchtlingen erst im nächsten Jahr in den Frauenhäusern voll bemerkbar machen wird. Häusliche Gewalt in der Erstaufnahme sei auf den ersten Blick für die Helfer oft nicht sichtbar. Viele betroffene Frauen wüssten zudem nicht, welche Rechte und Möglichkeiten sie in Deutschland hätten, erklärte Kupfer.

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November wird weltweit auf das Thema aufmerksam gemacht. Für die Frauenhäuser sei die Aufnahme und Betreuung angesichts der ohnehin knappen Finanzierung und der dünnen Personaldecke eine „große Herausforderung“. So seien in der derzeitigen Finanzierung keine Gelder für Sprachmittler eingeplant, die aber immer wichtiger würden.

In Sachsen gibt es 15 vom Freistaat geförderte Frauenhäuser. 451 Frauen und 550 Kinder kamen 2014 dort unter. Da Landesarbeitsgemeinschaft sieht vor allem Helfer in der Flüchtlingssozialarbeit, aber auch die Frauenhäuser gefragt, künftig enger zusammenzuarbeiten. Zudem forderte Kupfer, dem Thema Gewalt gegen Frauen bei der Unterbringung von Flüchtlingen mehr Aufmerksamkeit einzuräumen. 

Auch die Grünen fordern einen besseren Schutz von Frauen und Kindern in den Erstaufnahmeeinrichtungen - und ein Konzept dazu. „Wir haben einen Antrag eingereicht, ein solches Konzept zu erarbeiten und umzusetzen“, sagte Grünen-Politikerin Petra Zais. Noch gebe es keine belastbaren Zahlen. „Es gibt aber Berichte, wonach Frauen sexuell belästigt werden. Das hängt auch zusammen mit der nicht gewährleisteten Privatsphäre in großen Gemeinschaftsunterkünften.“ 

Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt haben im vergangenen Jahr in Sachsen zugenommen. Das Landeskriminalamt registrierte 3153 Fälle, ein Anstieg um mehr als zwei Prozent - vom Hausfriedensbruch bis zum Tötungsdelikt. Nach wie vor waren vor allem Frauen die Opfer: Ihr Anteil machte rund 77 Prozent aus.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

Gewinnspiele
  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr